Was Werbung wirklich bringt: Erfolgskontrolle im E-Book-Marketing

Es ist zwar eine schöne Bestätigung, wenn ein Facebook-Nutzer den eigenen Beitrag teilt. Und es ist gut für das Ego, innerhalb weniger Minuten mehrere Retweets eines eigenen Kurztextes zählen zu können. Ein Werbebanner, auf der eigenen Homepage eingeblendet, könnten pro Monat ein paar Tausend Besucher gesehen haben – doch haben sie auch geklickt und gekauft (zwei getrennte Fragen übrigens)?

Software-Tipp: Kindle Sales Notifier – die vollautomatische KDP-Verkaufsklingel

In einem humorvollen Beitrag in der Selfpublishing-Gruppe auf Facebook “wünschte” sich Dieter Paul Rudolph am zweiten Weihnachtsfeiertag eine “vollautomatische KDP-Verkaufsklingel”. Tja – man sollte aufpassen, was man sich wünscht, denn nun ist er da, der Kindle Sales Notifier. Das kleine Tool ist eine Erweiterung für den Browser Google Chrome und im Chrome-Webstore herunterzuladen. Natürlich kostenlos.

Datenanalyse: eBook-Preise und Umsätze in Deutschland – wann verdienen Sie am meisten?

Vor ein paar Tagen hat der US-Distributor Smashwords Zahlen vorgelegt, die Trends aus eBook-Verkäufen zwischen April 2014 und März 2015 aggregieren. Die Ergebnisse sind nicht uninteressant, aber für den deutschen Markt kaum relevant. Das liegt unter anderem daran, dass Smashwords nur einen kleinen Teil seiner Titel bei Amazon verkauft. Bis auf iBooks spielen die anderen von Smashwords belieferten eBook-Stores für deutschsprachige Werke zudem kaum eine Rolle.

So ist es kein Zufall, dass die Studie zu Erkenntnissen kommt, wie der, dass Vorbestellungen (die sich bei Amazon nicht auf die Charts auswirken) wesentlich für den Erfolg seien oder unglaublich viele Gratis-Titel geladen wurden. Was bei Apple daran liegt, dass der iBookstore seit vergangenem Herbst auf iPhones vorinstalliert ist und deshalb von vielen Nutzern ausprobiert wurde. Apple ist hier auf ähnlichem Stand wie Amazon vor drei Jahren.

Diskussion: Verdoppelung oder Depression – wie lief das Weihnachtsgeschäft?

Inzwischen sind die Ferien vorüber – Zeit für eine kleine Bilanz des Weihnachtsgeschäfts. Bisher stehen mir dazu die Zahlen von Amazon, iTunes und Kobo zur Verfügung. Besonders erfreulich sieht es hier bei Amazon aus: Ab 24. Dezember haben sich meine Verkaufszahlen im Vergleich zum niedrigen November-Niveau mehr als verdoppelt (siehe Bild oben). Die Leihquote liegt dabei stets etwa bei einem Drittel. Ein zweites Hoch gab es dann rund um Neujahr. Inzwischen normalisieren sich die Zahlen wieder, liegen aber immer noch über November.

Neue Charts in der Selfpublisherbibel: Wo steht Ihr eBook bei Weltbild, Hugendubel, Buch.de und anderen?

Zu den wichtigsten Werkzeugen des Self Publishers gehört die Statistik. GfK/Mediacontrol erfassen selbst publizierte Titel bisher nicht wirklich. Aber es gibt Abhilfe. Ich freue mich, nun auch täglich aktualisierte eBook-Charts von Weltbild, Hugendubel, Buch.de, Buecher.de und Kobo anbieten zu können. Die Bestenlisten finden Sie hier:

Anbieter-News: KDP mit neuem Verkaufs-Dashboard

Eine interessante Neuerung ist bei Amazons KDP-Dienst zu verzeichnen: Auf der Seite “Berichte” gibt es jetzt Charts zu den eBook-Verkäufen und den Verleihvorgängen.

Dabei kann man sich die Zahlen für alle Länder summiert oder einzeln für bestimmte Märkte ansehen, auch der Zeitraum lässt sich einstellen. Angezeigt werden allerdings nur Verkaufszahlen, nicht die Umsätze. Die gibt es dafür in einer Tabelle unter der Grafik.

Autoren-Tipp: Rankings und Charts verstehen – bei Amazon und anderswo

Wie erfolgreich ist mein Buch? Wer die Bestenlisten versteht, kann den eigenen Anteil an der Vermarktung seines Werks besser steuern.

Wenn das eigene Buch endlich erhältlich ist, ob nun als gedrucktes Buch oder als eBook, beginnt die wohl spannendste Zeit: Wird es seine Leser finden? Verkauft es sich – oder liegt es schwer wie Blei in den echten oder virtuellen Regalen? Verdiene ich damit vielleicht sogar mehr als den kargen Vorschuss, den mir der Verlag gezahlt hat? Machen sich wenigstens Lektorat und Coverlayout bezahlt, die ich als Self Publisher aus eigener Tasche finanziert habe?

Sicher – irgendwann werden sie Zahlen liefern, der Verlag, der mein Werk veröffentlicht hat, oder der Online-Händler, bei dem ich mein Werk selbst eingestellt habe. Die Fristen dafür sind sehr unterschiedlich. Sie hängen vom Vertrag ab, von den Möglichkeiten der Distribution, vom Engagement aller Beteiligten. Im ungünstigsten Fall wartet der Autor ein Jahr oder länger, wenn er einen besonders langmütigen Verlag erwischt hat. Im besten Fall gibt es Rückmeldung binnen weniger Stunden – zeitnahe Berichte sind bei Self-Publishing-Dienstleistern jedenfalls stark im Kommen.

Das Geheimnis der verschwundenen eBooks – ein Amazon-Mythos aufgeklärt

Wann beginnt Amazon mit der Zählung der Verkäufe für das Bestseller-Ranking? Der US-Autor Davod Gaughran meint: Wenn das Ranking zum ersten Mal sichtbar ist. Kollege Michael Meisheit beschrieb vergangene Woche in seinem Blog seine Erfahrungen beim Start einer neuen Folge seiner eBook-Serie “Im falschen Film” – und warum er daraus die Schlussfolgerung zieht, dass Gaughran im Recht ist.

Die Zahlen, die Michael Meisheit nennt, scheinen die These zu bestätigen. Und doch gibt es Argumente, die dagegen sprechen: Die Verkäufe werden ja auch schon vor der erstmalige Anzeige eines Verkaufsrangs in KDP registriert. Sie für das Ranking zu ignorieren, wäre ein Bug – den Amazon einfach korrigieren müsste und wohl auch würde. Das ist aber bisher nicht passiert.

Zusammen mit Michael Meisheit und ein paar anderen Kolleginnen und Kollegen (vielen Dank für die Mithilfe!) habe ich die Theorie deshalb noch einmal gründlich getestet. Zwei eBooks mit Dummy-Inhalten, eigentlich nicht zum Verkauf bestimmt, wurden in KDP hochgeladen und mit identischem Preis versehen. Unterschiedlich war nur der Zeitpunkt der Käufe: Bei eBook Nummer 1 erfolgten 15 Käufe, sobald der Titel online war. Titel Nummer 2 hingegen wurde zunächst nur einmal gekauft, damit Amazon das Buch überhaupt mit einem Ranking versah (Bücher ohne Verkäufe bekommen nie ein Ranking).

Facebook statt Amazon: Buchvermarktung über soziale Netze

Ein interessantes Vermarktungskonzept kommt aus den USA: PagePusher erlaubt Autoren, ihre Titel über all ihre sozialen Netzwerke zu verkaufen. Das Konzept funktioniert so: Der Autor lädt sein Werk bei PagePusher hoch, und zwar als ePub- und Mobi-Datei. PagePusher und der Autor informieren dann alle Kontakte beziehungsweise Fans des Autors über die Neuerscheinung (das funktioniert natürlich umso besser, wenn der Autor schon eine Fanseite aufgebaut hat).

Die Kontakte können dann kostenlos in das eBook reinlesen, und zwar direkt auf Facebook, auf iOS- und Android-Geräten oder im Webbrowser. Wenn ihnen der Text gefällt, können sie das Buch kaufen (der Autor erhält 70 Prozent Honorar). Oder sie empfehlen den Link IHREN Kontakten weiter. Wenn nur fünf dieser Kontakte dann das eBook kaufen, erhält der Empfehlende den Kaufpreis zurückerstattet, hat also effektiv umsonst gelesen. Das Buch verbreitet sich also, so die Hoffnung, viral über die sozialen Netzwerke (wobei der Autor an jedem Kauf mit 70 Prozent beteiligt ist).