Anbieter-News: Neue Verträge bei ePubli – mit eigener Impressumspflicht

Zum 1. Mai 2016 werden bei der Holtzbrinck-Tochter ePubli neue Verträge gültig, die ähnlich wie schon zuvor bei Neobooks die Geschäftsbeziehung zum Autor verändern: ePubli ist fortan als Kommissionsagent im Auftrag des Selfpublishers tätig. Das hat insbesondere beim Vertrieb gedruckter Bücher eine wichtige Auswirkung: ePubli verpflichtet den Autor in Paragraph 4.7: “Der Selbstverleger wird darüber hinaus ein Impressum für das Werk erstellen, das den gesetzlichen Anforderungen entspricht, insbesondere den Selbstverleger als Verlag benennt.”

Bisher hatte der Anbieter (ähnlich wie BoD) im Impressum selbst die Verlagsrolle übernommen – als Kommissionsagent ist das nun nicht mehr möglich. Dass der Selfpublisher der Impressumspflicht nun definitiv selbst nachkommen muss, ergibt sich also aus der umdefinierten Rolle von ePubli. Praktisch hieße das, dass alle ePubli-Autoren nun die Layouts all ihrer Print-Titel bei dem Anbieter überarbeiten und neu hochladen müssten, wenn sie nicht gegen den neuen Vertrag verstoßen wollten. Das wäre dann doch ein gewisser Aufwand (mit dem unter Umständen auch Kosten verbunden sind, wenn man das Layout von Dritten gestalten ließ). ePubli selbst sieht das allerdings gelassen. “Aus unserer Sicht sind daher bestehende Layouts wegen der Aktualisierung der Verträge nicht anzupassen”, schreibt ePubli-Pressesprecher Lars Poeck auf Anfrage der Selfpublisherbibel.

Im neuen eBook-Vertrag fehlt übrigens die Verpflichtung, ein Impressum einzusetzen. An den rechtlichen Vorgaben ändert das nichts.

Matthias Matting
  • Matthias Matting
  • Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

One Comment

  • Was wird denn genau mit solchen Änderungen bezweckt? Die Anbieter müssen sich ja irgendeinen Vorteil davon versprechen, wenn sie in Kauf nehmen, noch unattraktiver für Selfpublisher zu werden.
    Ich persönlich wählte von den Konditionen her immer CreateSpace und sorge dort selbst fürs Impressum. Allerdings habe ich auch Bücher bei BoD, zum einen für den Buchhandelsanschluss, zum anderen aber eben auch, weil das Impressum dabei ist. Die Vorstellung, jetzt noch für die Veröffentlichung zu zahlen, wenn bald vielleicht schon alles geändert werden muss, ist nicht gerade verlockend. Hab immer das Gefühl, dass bei allem Gezeter doch viele Anbieter dem Konkurrenten Amazon zuarbeiten ^^

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