Autoren gesucht: BasteiLübbe-Startup Oolipo will Lesen auf Handys revolutionieren

Hätte ich mal besser nachgelesen, als Porter Anderson vor gut zwei Wochen über “seltsam benannte Startups” twitterte – denn  Oolipo ist die nächste Inkarnation des vom neuen Besitzer BasteiLübbe als eBook-Flatrate umgedeuteten eBook-Shops Beam:

Der Bericht im Bookseller verrät, wie Oolipo genau funktionieren soll. Demnach bestehen digitale Geschichten, wie sie sich die Gründer vorstellen, aus relativ kurzen Abschnitten, die sich wie ein YouTube-Video konsumieren lassen und mit Farbe, Grafik, Musik, Videos und Geodaten angereichert sind. Solche “Bücher” gibt es derzeit noch nicht, das wissen die Unternehmer hinter dem Streaming-Dienst. Auf der Homepage von Oolipo können deshalb Autoren (aber auch Agenten oder Verlage) jetzt ihr Interesse anmelden.

Praktisch steht Oolipo vor der Herausforderung, zum einen ein Autoren-Frontend zu bauen, auf dem Schreibende ihre Geschichte erzählen, zum anderen aber auch eine Lese-App, die die Inhalte dann zum Leben erweckt. Das ist eine echte Aufgabe, denn starten soll der Service schon im April 2016, und zwar in den USA, Großbritannien und im deutschsprachigen Raum. Mehrheitseigner von Oolipo ist übrigens nicht BasteiLübbe, sondern der britische Finanzinvestor Blue Sky Tech Ventures, der bis zum Start auch den Chef (CEO) stellt.

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

3 Kommentare

  1. Danke für den Hinweis.
    Meine kurze Recherche auf der Homepage von “oolipo” ergab herzlich wenig:
    Je zwei Sätze ohne weitere Erklärungen, aber mit Direktlink zur E-Mail-Adresse, um sich anzumelden, ohne dass der/die Interessierte wüsste, wo er/sie landet und was ihn/sie unter welchen Bedingungen erwartet.
    Geht es in erster Linie darum, möglichst viele E-Mail-Adressen zu sammeln?

    Originaltext auf der Seite:
    :::::::::::::::
    “Got a second?
    It’s all you need to get hooked on a new story, exclusively created for your phone.

    Fiction reimagined for mobile
    With oolipo, you soak up the story one bit at a time. The plot thickens, as stunning images, video and audio punctuate your journey.

    Intrigued?
    Then you’re just the kind of person we’d like to test out our new app. Be the first to try oolipo for free:

    Are you a writer?
    Write on! oolipo revolutionizes the way authors release stories and engage with fans. We’d love to hear from interested writers, agents and publishers.”
    ::::::::::::::::::::::::::::::::::::

    Es fehlt ein Impressum, einzig der kurze Hinweis des Copyrights von beam ohne weitere Angaben existiert noch. Höchst unprofessionell und das Gegenteil von vertrauenbildender Geschäftspraxis.

    Fazit: Enttäuschend!

  2. “Demnach bestehen digitale Geschichten, wie sie sich die Gründer vorstellen, aus relativ kurzen Abschnitten, die sich wie ein YouTube-Video konsumieren lassen und mit Farbe, Grafik, Musik, Videos und Geodaten angereichert sind.”

    Gibts doch schon. Tausendfach als Smarthphone-Spiel.

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