BoD-Studie zu Self Publishing in Europa: Schweden wollen Spaß, Deutsche Geld

Der Self-Publishing-Dienstleister BoD hat im August 1748 Autoren in seinen sieben europäischen Standorten nach ihren Erfahrungen mit dem und Wünschen für das Self Publishing befragt. Die erhobenen Daten bestätigen, was schon die Umfrage zum Self Publishing in Deutschland ergeben hatte.

Einige interessante Zahlen zum Vergleich – auch der internationale Aspekt ist hier nicht uninteressant.

  • 47 Prozent hatten zuvor nicht die Möglichkeit, ihre Bücher zu veröffentlichen
  • 37 Prozent schreiben durch Self Publishing mehr, als sie es sonst tun würden
  • 59 Prozent fühlen sich als vollwertige Autoren
  • 45 Prozent werden von Anderen als vollwertige Autoren angesehen
  • 39 Prozent sind stolz, Self Publisher zu sein
  • 33 Prozent entscheiden sich bewusst gegen einen Verlag

Warum veröffentlichen Autoren ihre Bücher ohne Verlag? 68 Prozent wählen Self Publishing, um die volle inhaltliche Kontrolle über ihr Buch zu haben, 53 Prozent, um Kontrolle über die Rechte zu haben. Bei denen, die sich gegen einen Verlag entschieden haben, sind das 80 Prozent bzw. 67 Prozent. 66 Prozent sind Indie, weil es Spaß macht, 64 Prozent, weil es einfach ist.

Eine klare Schwäche sehen die Autoren auch: Nur 21 Prozent sind zufrieden mit ihren eigenen Marketing-Aktivitäten.

BoD fand bei der Umfrage drei unterschiedliche Nutzergruppen. Die Mehrheit, 74 Prozent, bilden dabei Hobbyautoren, die 6 Stunden pro Woche schreiben (vor allem Belletristik), 3,5 Titel im Self Publishing und einen Titel im Verlag veröffentlicht haben.

17 Prozent der BoD-Kunden sind Berufsautoren. Sie schreiben 10 Stunden pro Woche (vor allem Sachbücher), haben 5 Titel im Selbstverlag und 3,6 Titel im Verlag.

9 Prozent könnte man als Expertenautoren betrachten: Für sie ist das Schreiben (vor allem von Fachbüchern) ein Nebenprodukt ihres Hauptjobs. Sie schreiben 5 Stunden pro Woche, haben 4,1 Titel im Self Publishing und 1,9 Titel im Verlag.

Was betrachten die Beteiligten als Erfolg? Bei Hobbyautoren steht dabei die Anerkennung durch Familie und Freunde im Mittelpunkt. Berufsautoren hingegen setzen Erfolg mit finanziellem Erfolg gleich. Expertenautoren legen auf Dialog mit dem Leser und Feedback Wert.

Nach ihren Plänen befragt, wollen 45 Prozent der Autoren mehr Bücher im Self Publishing veröffentlichen, 16 Prozent wollen mehr im Verlag veröffentlichen, 62 Prozent wollen gar keine Veröffentlichung im Verlag.

International, stellt die Studie fest, sieht es im Grunde überall ähnlich aus. Finnen und Schweden fühlen sich noch am wenigsten als vollwertige Autoren. Die Tatsache, dass nun das Gatekeeping der Verlage entfällt, gefällt Autoren in Dänemerk, Frankreich und Schweden am meisten. Österreicher schätzen vor allem die geringen Kosten, Finnen die Einfachheit, Schweden den Spaß.

In Finnland bezeichnen sich mehr BoD-Kunden als Hobbyautoren. In Frankreich scheint es mehr Berufsautoren zu geben, in der Schweiz und Schweden hingegen mehr Experten. Finanzieller Erfolg ist deutschen Autoren am wichtigsten (27 Prozent).

Warum sich Autoren selbst verlegen (Quelle: BoD)

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.