Neuer Self-Publishing-Dienstleister: Podbook.de macht Print und eBook

Die Kölner Verlagsgruppe Rudolf Müller, eigentlich als Fachinformationsanbieter auf die Bereiche Bauen, Immobilien und Handelsmarketing spezialisiert, versucht sich mit der Plattform podbook.de als Self-Publishing-Dienstleister. Die Plattform selbst macht einen soliden Eindruck.

Die finanziellen Bedingungen, die Autoren dort vorfinden, sind allerdings wenig attraktiv: Ein Taschenbuch mit 300 Seiten muss zum Beispiel mindestens 15,90 Euro kosten, damit beim Autor ein Betrag von einem Euro hängen bleibt. Verlagstitel dieses Umfangs kosten in der Regel unter 10 Euro; der Self Publisher ist damit im Buchhandel nicht konkurrenzfähig. Niedrigere Preise bietet der Kalkulator gar nicht erst an.

Die Konurrenz etwa von BoD ist allerdings teilweise noch ein paar Prozent teurer, BoD berechnet bei 300 Seiten 17,90 Euro, bei ePubli braucht man einen VK von über 15 Euro, damit 1 Euro übrig bleibt. Nur CreateSpace kann konkurrenzfähige Preise garantieren.

Bei einem eBook zu 2,99 Euro bleiben für den Autor 63 Cent übrig, das entspricht 25 Prozent vom Netto-Verkaufspreis. Hier bietet ePubli dann doch deutlich mehr. Bei BoD ist der eBook-Preis nicht völlig frei kalkulierbar. Die Vertragsdauer liegt bei drei Jahren. Das Recht, einen Titel auch selbst anderswo anzubieten, kann der Autor durch Zahlung eines Aufpreises erwerben.

Die Plattform selbst wird übrigens vom Hamburger Dienstleister tredition betrieben.

Die Homepage von podbook.de

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

5 Kommentare

  1. “… Verlagstitel diesen Umfangs kosten in der Regel 10 Euro …”
    Ja klar, wenn man das Glück hat, bei einem Großverlag unter Vertrag genommen zu werden, der mit einer Riesenauflage an den Start geht! Das kann sich der kleine Autor nicht wirklich leisten, dann wäre der Mindestpreis mit Sicherheit auch niedriger! Und ob man beim Großverlag wirklich mehr pro verkauftes Buch verdient, ist auch fraglich, schließlich hängen da auch ganz andere Kosten dahinter und dann die Knebelverträge…
    Ich bin mit podbook vollkommen zufrieden und kann es nur weiterempfehlen. Toller Service, einfache Bedienung und gute Druckqualität. Was will man mehr!

  2. 15,90 € Mindestpreis?
    Manche Dienstleister bekommen den Hals nicht voll oder sind schlicht blauäugig.
    Wenn man nicht in der Lage ist, ein sinnvolles und seriöses UND erfolgversprechendes Preismodell anzubieten, warum geht man dann überhaupt an den Markt?

  3. Ich habe ein paar eBooks bei Amazon veröffentlicht und habe mit einem “Achtsamkeit im Alltag” einen Versuch mit CreateSpace gewagt.
    Fazit: Kann ich rundum empfehlen. Hochladen genauso einfach wie bei den eBooks, Honorarvergütung ähnlich attraktiv. Buchqualität gut. Keine Vorlaufkosten, keine Vertragsbindung.
    Manche wollen ja doch was Gedrucktes in der Hand haben, da ist das Angebot, beides – eBook und Papierbuch – eine gute Kombination.

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