Übersicht: Durch Links mehr Geld mit eigenen Büchern verdienen

Wenn Sie Fans auf Ihrer Website Ihr Buch bei einem Online-Händler empfehlen, erhalten Sie mit ein bisschen Aufwand mehr als nur das Standard-Honorar: Die meisten Buchhändler bieten Websites an, solche Empfehlungen separat zu honorieren. Zwischen 4 und 20 Prozent vom Verkaufspreis werden geboten – das ist mehr, als die meisten Verlagsautoren per verkauftem Buch erhalten. Der Aufwand dafür ist in der Regel minimal.

Was müssen Sie tun? Zunächst müssen Sie sich beim entsprechenden Partnerprogramm des Buchhändlers anmelden (siehe Tabelle unten). Nur Amazon betreibt sein Werbeprogramm selbst, die anderen haben es externen Anbietern übergeben (so genannten “Affiliate-Programmen”). Das hat den Vorteil, dass Sie sich nicht bei -zig Websites eintragen müssen. Allerdings erwischen Sie auch nicht alle Händler bei einem einzigen Partner.

Voraussetzung für die Teilnahme ist allerdings in der Regel, dass Sie ein Gewerbe angemeldet haben. Das zieht weitere Verpflichtungen nach sich (Finanzamt, IHK…), die nicht Gegenstand dieses Artikels sein können. Die Einnahmen müssen Sie natürlich auch versteuern. Gerade bei Büchern kämen die Anbieter sonst in Teufels Küche: Endkunden dürfen sie ja wegen der Preisbindung keine Rabatte einräumen. Sie dürfen also kein solcher Endkunde sein.

Technisch funktioniert die Anmeldung aber in der Regel einfach. Bei Zanox, Affilinet & Co. tragen Sie die üblichen Angaben ein. Wenn Sie dann für deren Website freigeschaltet sind, müssen Sie noch den Zugang zum eigentlichen Partnerprogramm anfordern. Ist dieses freigeschaltet, erfahren Sie auch, welche speziellen Links Sie nun verwenden müssen. Nur die Kunden und Einkäufe werden nämlich gezählt, die über solche, auf Ihren Namen registrierte Links einkaufen. Außerdem stellen die Anbieter Banner, Widgets und Werbe-Grafiken bereit, die Sie in Ihre Website einbinden können (aber nicht müssen). Wer sein Blog selbst mit Inhalten füllen kann, ist in der Regel ausreichend qualifiziert, auch ein Partnerprogramm korrekt einzubinden.

Als Honorar für Sie gibt es einen Prozentsatz vom Netto-Verkaufspreis, der in der Regel ein oder zwei Monate nach dem Kauf und bei Erreichen einer je nach Anbieter verschiedenen Mindest-Summe ausgezahlt wird. Je nach Firma gilt das auch für Produkte abseits von Buch und eBook, allerdings nicht für Ihre eigenen Einkäufe.

PartnerprogrammAdresseAuszahlung (eBooks)Auszahlung (Bücher)
Amazonpartnernet.amazon.de5 %5 %
Appleaffiliate.itunes.apple.com (PHG)7 %keine
Googlenur in den USAkeinekeine
ThaliaAffilinet, Zanox4,5 %10 %
WeltbildTradedoubler12 %12 %
HugendubelAffilinet8 - 10 %8 - 10 %
eBook.deAffilinet, Zanox12 %8 %
Buch.deAffilinet, Zanox4 %8 %
Buecher.deAffilinet, Zanox, Tradedoubler7 %7 %
CiandoAffilinet, Adcell10 % bis 20 % (ab 24 VK)keine
Kobode.kobo.com/affiliates5 %keine
SkoobeAffilinet5 / 7 € pro Userkeine
Matthias Matting
  • Matthias Matting
  • Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

11 Comments

  • Was bin ich denn nun eigentlich? Ein Freiberufler, ein Gewerbetreibender oder wie?

    Amazon hat mir diese Frage so direkt und ungeniert gestellt, als ich mich für’s Affiliate-Programm anmelden wollte.

    Bin ich möglicherweise für das Finanzamt ein Freiberufler, für Amazon ein Gewerbetreibender und für die Künstlersozialkasse kein freischaffender Autor mehr, weil ich ja für Amazon ein Gewerbetreibender bin?

    Ich will doch nichts weiter, als einen Affiliate-Link zu meinem eigenen eBook auf meine eigene – ausschließlich zu diesem Zweck betriebene – Website setzen!?

  • Was genau heißt “Endkunden dürfen sie ja wegen der Preisbindung keine Rabatte einräumen. Sie dürfen also kein solcher Endkunde sein.” Bedeutet das, ich darf von meiner eigenen Website keinen Link auf mein eigenes Buch legen? Also nicht gleichzeitig Autor und Affiliater für das gleiche Endprodukt sein?

    Gruß Micha

    • Doch, aber nicht Endkunde resp. Käufer! Der von Amazon eingeräumte Rabatt darf nicht an den Käufer weitergereicht werden.

      • Verstehe. Ich darf NICHTanbieten: “Wer über meine Website bei z.B. Amazon ordert, erhält einen kleinen Rabatt.” Herzlichen Dank für die schnelle Antwort. MJA

        • Genau so ist es 🙂

  • Ich glaube, unsere Artikel ergänzen sich wunderbar (http://www.vomschreibenleben.de/affiliate-marketing-fuer-autoren/). Auch jetzt, noch Monate nach Erscheinen deines Artikels, habe ich das Gefühl, dass nur wenige Autoren Affiliate-Links benutzen (evtl. wegen des Gewerbescheins?). Bin gespannt, in welche Richtung sich das weiterentwickelt.
    Seit neuestem geht Google vermehrt gegen Blog mit vielen Affiliate-Links vor, man sollte diese Links also auf “no follow” setzen!

    Liebe Grüße
    Annika von Vom Schreiben Leben

  • Gestern habe ich entdeckt, dass eine international tätiges Unternehmen mein Buch für über 30 austral.$ in Printform verkauft und behauptet, die Rechte an MEINEM Buch zu besitzen. Hier scheint nun auf Kosten der Selfpublisher offensichtlich eine neuer krimineller Wirtschaftszweig zu entstehen. Man sollte das Internet regelmäßig nach seinem Titel abfragen und sehen, wo es bereits überall verkauft wird. Notfalls sofort dagegen angehen. Ich habe Ebay informiert, wenn die nicht sofort handeln, erstatte ich Anzeige.

  • Der Haken an dem Ansatz: Macht nur Sinn, wenn man die Affiliate-Anbieter identifizieren kann, die wirklich was bringen. Andernfalls macht man x Profile bei denen auf, die nichts bringen. Ich habe Affilinet lange mitgeschleppt – Umsatz nach ca. 5 Monaten 0 Euro. Dann habe ich die raus geworfen. Amazon nutze ich – aber mit den eigenen Büchern kommt da auch nicht wirklich was bei rum – eher mit anderem Zeugs, was die Leute da kaufen. Mag aber bei anderen Autoren anders ausschauen.

  • Erstaunlich wie oft der Herr Matting qualtativ hochwertige Beiträge bringt.
    Sehr erfreulich!

    • Dem kann ich nur beipflichten. Alles sehr interessant. Vielleicht finden wir hier auch bald die Antworten darauf, wie man sich besser gegen Raubkopien oder gar gegen die unrechtmäßigen Behauptungen, die Rechte an bestimmten Büchern zu besitzen, obwohl dies nicht zutrifft, wehren kann. Würde mich freuen.

      • Ja, das wäre gut zu wissen.
        Da gibt es eigentlich nur die Möglichkeit zu dementieren/zurückweisen, hart bleiben, nichts zugeben bzw. abtreten. Das eigene Werk am Markt lassen, auffordern das Plagiat zurückzuziehen.
        Die vom Betrüger erziehlten Einnahmen für sich einfordern / auffordern die Betrogenen Käufer zu entschädigen.
        Für die ganz unerschrockenen: Anzeige erstatten.

        Klage einreichen ist allermeistens zu 99,9% Geldverschwendung.

        Wenn jemand bessere Ideen hat: HIER POSTEN! Ich Danke.

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