Wie sich 20 Millionen Kindles für Amazon bezahlt machen

Bisher hat Amazon in den USA 20 Millionen Kindle-Geräte verkauft. Das schätzt eine Beratungsfirma, basierend auf einer Umfrage unter Kunden von Amazon.com. Immerhin 40 Prozent der (allerdings nur 300) Befragten waren demnach Besitzer irgendeiner Kindle-Hardware. 19 Prozent hatten sich ein Fire-Tablet zugelegt, 12 Prozent einen Kindle-eReader und der Rest besaß gar beide Gerätetypen.

Eine weitere Frage zeigt, wie erfolgreich Amazon bei der Umsetzung der eigenen Ziele ist: Die Kindles sollen ja erklärtermaßen nicht über den Hardware-Verkauf Geld verdienen, sondern über die Inhalte. Ein Kindle-Besitzer setzt demnach pro Jahr 1233 Dollar bei Amazon.com um, ein normaler Käufer hingegen nur  790 Dollar. Die Kindle-Fraktion kauft zudem in mehr Amazon-Abteilungen ein als der Durchschnittskunde. Kindle-Geräte, so das Fazit, sind damit ein gern genutztes Schaufenster für Einkäufe bei Amazon.com.

Kindle-Verteilung in den USA (Quelle: CIRP)

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

3 Kommentare

  1. Da stimme ich Elmar zu. Der Kindle dürfte eher Drittgerät neben Smartphone und Tablet sein – hier wäre es interessant gewesen, die Existenz dieser Geräte bei den Kindle-Besitzern ebenfalls abzufragen. Außerdem dürfte ein wenig Skepsis angebracht sein, ob man bei 300 Befragten repräsentative Ergebnisse für die ganzen USA ableiten kann.

  2. Nun ja, die Schlussfolgerung ist ein wenig gewagt. Wie so oft, wird aus einer Korrelation (Kindle-Besitzer <=> höherer Umsatz) eine Kausalität abgeleitet (höhrere Umsätze, *weil* Kindle-Besitzer). Das ist so wie mit der Feststellung, dass Kahlköpfigkeit Männern ein höheres Einkommen beschert. Die Enttäuschung ist dann groß, wenn nach der Kopfrasur festgestellt wird, dass der entscheidende Einflussfaktor auf das Einkommen doch eher das Alter ist, mit dem der nachlassende Haarwuchs halt tendenziell korreliert 😉

    Vielleicht es ja einfach so, dass umsatzstarke Amazon-Kunden eher geneigt sind, auch einen Kindle zu kaufen. Aber das gibt natürlich nicht so eine aufmerksamkeitsstarke Headline für die Studie …

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