Alles neu macht der Juni? Amazon scheint derzeit wirklich kräftig am Umbauen zu sein. Neueste Errungenschaft ist ein überarbeitetes Kategoriesystem, das für die Kindle-eBooks zahlreiche neue Regale schafft. Gab es vorher insbesondere im Bereich der Belletristik eindeutig zu wenig Rubriken, hat man nun auf ein Übermaß umgestellt, bei dem vor allem die Systematik verloren geht. Aber das kann natürlich auch beabsichtigt sein.

So gibt es nun in den Liebesromanen eine Unterrubrik namens Science Fiction, aber auch “Lesbenromantik”, “Militärromantik” oder “Zeitreisen”. Der Bereich “Dramen” (unter “Belletristik”) hat Unterteilungen für alle möglichen Gebiete der Welt bekommen, aber auch Unterrubriken wie “Komödie” und “Mittelalter”. “Historische Romane” sind nicht nach Zeitepochen gegliedert, sondern nach Ländern, außerdem gibt es Unterabteilungen wie “Fantasy” oder “Kulturgut”.

Amazon hat in den USA das Rezensionssystem umgestellt – und zwar für alle Artikel auf Amazon.com, auch für Kindle-eBooks. Ab sofort stellt die Sternchen-Bewertung nicht mehr das arithmetische Mittel über alle Kundenbewertungen dar. Stattdessen spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

die Hilfreich-Klicks der anderen Nutzer
das Alter einer Rezension
ob es sich um verifizierte oder nicht verifizierte Käufe handelt

Seit einiger Zeit stellt Amazon auf den Buch-Detailseiten offenbar die Darstellung von Serien um – im Bild oben ein Beispiel. Bei Titeln, die zu einer Reihe gehören, bekommt der Nutzer noch vor den “Kunden kauften auch”-eBooks die anderen Titel der Reihe angezeigt. Wer auf “Komplette Reihe” am Anfang der Liste klickt, erreicht eine hübsche Übersicht.

Diese macht es dem Kunden noch bequemer, alle Titel einer Serie zu erwerben. Am Preis spart man dabei allerdings nicht. Die neue Darstellung findet sich bei Serien von Verlagen und von Amazon Publishing, aber auch schon bei einigen Büchern von Selfpublishern.

Mit dem kommenden Monat (also ab 1. Juli) ändert Amazon die Regeln zur Berechnung der Leihboni bei KindleUnlimited und Kindle-Leibücherei. Wie eine Mitteilung verrät, zählt in Zukunft nicht mehr die Anzahl der Leihen, sondern die Anzahl der gelesenen Seiten. Dabei wird der gesamte Fonds durch die Anzahl der insgesamt gelesenen Seiten geteilt – und danach bekommt jeder Autor Auszahlungen entsprechend der aus seinen Select-Titeln gelesenen Seiten.

Was heißt das in der Praxis?

Die Strategie, kurze Serientitel für 99 Cent zu platzieren, geht nicht mehr auf.
Umfangreiche und kurze Romane werden in gleicher Weise entlohnt.
Sachbuch-Autoren werden benachteiligt.

Wie fallen die Auszahlungen für Leihen innerhalb der KindleUnlimited-Flatrate in diesem Monat aus? Immer zur Monatsmitte gibt Amazon die Quoten bekannt – und zwar über Excel-Dateien, die man im Bereich “Tantiemen der Vormonate” abrufen kann. Vorausgesetzt, man hat sich als Autor zumindest mit einigen Titeln am KDP-Select-Programm beteiligt, also exklusiv an Amazon gebunden.

Auf welchen Betrag kommen deutsche Selfpublisher im Mai? Nachdem im April mit 1,19 Euro ein vorläufiger Tiefpunkt erreicht worden war, zeigt der Mai, Der von Amazon bereitgestellte Fonds enthielt diesmal X Millionen Euro, was eine Gesamtzahl der Ausleihen von Y Millionen ergibt.

Die Amazon-Tochter Amazon Marketing Services erlaubt KDP-Autoren ab sofort, ihre eBooks auch auf den Kindle-Geräten zu bewerben. Damit ergänzt man die Möglichkeit, im Amazon-Store selbst für einen Titel die Werbetrommel zu rühren. Voraussetzung ist allerdings, dass ein eBook

in englischer Sprache verfasst ist und
in KDP Select angemeldet ist.
Die Buchung über https://ams.amazon.com/ads/create/ erfolgt nach einem System, das an Facebook-Werbung erinnert: Der Kunde legt Mindestpreis sowie ein Budget fest (mindestens 100 Dollar).

Auf der Selfpublisherbibel steht ab sofort ein neues Werkzeug zur Verfügung: Im Amazon-Klappentext-Editor können Sie Ihren Werbetext für die Produktbeschreibung bei Amazon mit allen HTML-Möglichkeiten schreiben, die Amazon zur Verfügung stellt.

Geben Sie Ihren Text zunächst einfach in den Editor oben links ein. Dann markieren Sie die Wörter oder Absätze, die Sie aufpeppen wollen, mit der Maus und wählen über die Buttons rechts, wie die Texte angezeigt werden sollen. Anschließend erkennen Sie in der Vorschau unten, wie das Ganze auf der Amazon-Seite aussehen würde.

Amazon startet heute die Kinder-Flatrate FreeTime Unlimited in Deutschland. Für monatlich 4,99 Euro (2,99 für Prime-Kunden) können ein Kind oder für 6,99 Euro (9,99 Euro ohne Prime) die ganze Familie sich uneingeschränkt und ohne weitere Kosten aus dem Angebot bedienen. Dazu gehören nicht nur Kinder-eBooks, sondern auch Apps und Videos, die unter anderem BasteiLübbe und Nickelodeon geliefert haben. In den vergangenen Monaten war Amazon bereits auf Inhaltssuche für die neue Flatrate gegangen. Als Zielgruppe nennt Amazon Kinder zwischen drei und zehn Jahren.

Gleichzeitig stellt die Firma auch neue Fire-HD-Tablets vor, die sich speziell an Kinder richten. Sie sind 50 teurer als die normalen Modelle, enthalten dafür aber auch eine spezielle Sorglos-Garantie:

Wenn Amazon-KDP-Autoren ihr Buch in das KDP-Select-Programm einstellen, erhalten sie pro Ausleihe einen bestimmten Betrag. Wie viel genau, das ist stets erst frühestens ab dem 15. des Folgemonats bekannt, denn die Quote berechnet Amazon, indem man einen Fonds von ein paar Millionen Dollar durch die Anzahl der Ausleihen teilt. Sowohl Fonds als auch Menge der Ausleihen ändern sich im Monatsrhythmus.

Was ergibt die Rechnung nun für April? Frühlingsmonat März hatte ein leichtes Absinken auf 1,24 Euro gesehen.

In der englischsprachigen Version von KDP war es schon bei vielen Nutzern aufgetaucht – nun scheint Kindle Direct Publishing auch bei deutschen Nutzern ein neues Design des Buchregals zu testen. Wann und wo es auftaucht, ist schwer vorherzusagen – es erscheint ebenso plötzlich, wie es dann verschwindet.

Was bringt die neue Oberfläche? Amazon hat das Buchregal wohl vor allem Smartphone-freundlicher gestaltet. Die zur Ansicht aller Menüs nötige Bildschirmbreite ist um etwa ein Drittel gesunken. Das heißt, auch auf Geräten mit kleinerem Display hat man nun bessere Chancen, nicht horizontal scrollen zu müssen. Responsive ist die Darstellung allerdings nicht, sie passt sich also nicht jedem Display an.