Kindle-Unlimited-Quoten für Juni 2017: Die Talfahrt setzt sich fort

Bonus time

Allmählich, das muss ich gestehen, gehen mir die Einleitungen aus für Beiträge der Art: Auch in diesem Monat sind die KindleUnlimited-Quoten wieder gefallen. Während sie im Mai noch bei 0,29606 Cent lagen, sind es im Juni knapp drei Prozent weniger, nämlich gerade noch 0,28819 Cent pro gelesener Seite.

Das liegt diesmal nur zum Teil daran (genau genommen weniger als zur Hälfte), dass weltweit mehr gelesen wurde. Denn gleichzeitig hat Amazon den weltweiten Fonds von 16 Millionen auf 15,7 Millionen Euro gesenkt, statt ihn zu erhöhen. Über die Gründe kann man nur spekulieren, vielleicht will man ja die in Prime Reading investierten Summen auf diese Weise einsparen. Oder KindleUnlimited hat inzwischen die Planzahlen erreicht und muss auf der Inhaltseseite nicht weiter gefördert werden. Die Tantiemen für die wenigen vertretenen Verlage wurden schon vor geraumer Zeit gekürzt, nun sind die KDP-Autoren mehr und mehr an der Reihe. Oder es ist letztlich nur ein Test: Wie weit sind Autoren bereit, den Weg mitzugehen? Man kann das ja auch aus ökonomischer Sichtweise betrachten: Solange die Einnahmen insgesamt stimmen, könnte die Bereitschaft, sich exklusiv zu binden, erhalten bleiben. Viel Stoff zur Diskussion!

Dass die Quoten sinken, gilt weltweit. In Deutschland sind sie allerdings – neben Brasilien, Kanada, Indien und Australien – am niedrigsten.

Die Länder im einzelnen (bitte gern fehlende Zahlen ergänzen):

  • Deutschland: 0,28819 Cent (€)
  • Großbritannien: 0,3238729 GBP = 0,36976 Cent (€)
  • Frankreich: 0,41932 Cent (€)
  • Spanien: 0,41932 Cent (€)
  • Italien: 0,41932 Cent (€)
  • Niederlande: 0,41932 Cent(€)
  • USA: 0,42229 Cent ($) = 0,36826 Cent (€)
  • Kanada: 0,415323 Cent (CAD) = 0,286456 Cent (€)
  • Indien: 0,82140298 INR = 0,11143 Cent (€)
  • Brasilien: 0,0102134 BRL = 0,28 Cent (€)
  • Mexiko: 0,070272 MXN = 0,34885 Cent (€)
  • Japan: 0,5233897 JPY = 0,40557 Cent (€)
  • Australien: 0,3626833 AUD = 0,24768 Cent (€)

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Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

12 Kommentare

  1. “Die Tantiemen für die wenigen vertretenen Verlage wurden schon vor geraumer Zeit gekürzt, nun sind die KDP-Autoren mehr und mehr an der Reihe.”

    Was genau hat es damit auf sich? Ich hab für die bei mir verlegten Titel zumindest noch nie eine andere Möglichkeit gehabt, als diese alle einzeln bei KDP einzustellen und finde online auch keinerlei Infos zu anderen Möglichkeiten. Sind das Sonderdeals von Amazon mit Aggregatoren wie Bookrix etc., die einem die Bücher auf mehreren Plattformen gleichzeitig einstellen?

  2. Ich finde es erschreckend, wie sich dieser ganze Markt entwickelt. Ich persönlich bin für die Abschaffung der Leseabos, da sie nur den Kunden und den Handel, nicht aber den Autor, bereichern. Jeder, der ein Buch lesen will, sollte meiner Meinung nach auch dafür für bezahlen. Punkt. Bald darf man dafür blechen, wenn man VÖ. will.

  3. Mit dem neuen Prime Reading kannst du recht haben. Ich denke mal dass jemand, der neu zu Amazon kommt und sich für ein kostenloses Leseabo interessiert eher eine Prime Mitgliedschaft abschließt, als eine KU. Prime bietet mehr Vorteile und ist auf den Monat gerechnet auch noch billiger. Damit hat Amazon uns gewiss keinen Gefallen getan. Oder was denkt ihr? (Frage an alle!)

  4. tja, und vor dem Hintergrund, dass erneut zahlreiche KU-Betrüger den All-Star-Bonus bekommen, sollte sich jeder SP ernsthaft fragen, ob er dieses Modell noch weiter subventionieren will.
    Wäre das nicht mal ein Thema für euren Verband, Matthias? Ihr könnt doch sicher genug öffentlichen Druck machen, damit endlich mal etwas unternommen wird. Es ist ja nicht so, dass Amazon nichts bekannt wäre. Schließlich liegen diese Fälle, vollständig dokumentiert, seit Monaten vor.

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