Test des Amazon Kindle Paperwhite: Altes und neues Modell im Vergleich

Neuer (links) und alter Paperwhite im Vergleich

Zumindest mit der Lieferung des neuen Kindle Paperwhite hat sich Amazon wieder einmal selbst übertroffen – überpünktlich und dank Prime-Mitgliedschaft für 99 statt 129 Euro kam er bei mir an. In den vergangenen Tagen konnte ich das neue Modell dank längerer Zugfahrten zur Buchmesse ausführlich testen – hier mein erster Eindruck.

Optisch sind die beiden Modelle sehr ähnlich. Das Gehäuse ist identisch. Der Kindle-Schriftzug unter dem Display besteht beim neuen Kindle Paperwhite aus etwas gedrungeneren Buchstaben. Auf der Rückseite prangt statt des Kindle-Logos nun ein glänzendes Amazon-Logo.

Neuer (links) und alter Paperwhite im Vergleich

Nach dem Einschalten bemerkt man wirklich sofort, dass Amazon das Display ausgewechselt hat. Während das alte Modell beleuchtet leicht bläulich schimmert, ist das neue nun wirklich papierweiß, wie es der Name verspricht. Für meine Augen ist das angenehmer. Amazon hat wohl auch die maximale Helligkeit erhöht – das Foto unten ist bei jeweils höchster Stufe aufgenommen. Die Beleuchtung ist angenehm ausgeglichen, subjektiv fallen mir keine verschieden hellen Flecken auf. Im Helligkeitsregler gibt es nun auch einen “Max”-Knopf, der automatisch auf die höchste Stufe schaltet.

Der Bildschirm des neuen Paperwhite (links) schimmert weniger bläulich und leuchtet etwas heller

Ansonsten sind die Änderungen spärlich. Die Systemsoftware hat Version 5.4.0, während auf dem alten Paperwhite noch 5.3.8 läuft. Mal sehen, ob Amazon auch für dieses Modell ein Update anbietet. Die Blättergeschwindigkeit hat Amazon sichtbar erhöht. Das merkt man vor allem bei grafikintensiven Seiten, die sich etwa ein Drittel schneller aufbauen. Bei reinem Text hingegen sind beide Modelle ungefähr gleich schnell – rein subjektiv lässt sich da jedenfalls kein Unterschied feststellen.

Die Leseeinstellungen sind in der neuen Firmware nochmals aufgeteilt. Der Vokabeltrainer lässt sich auch abschalten.

Der versprochene Vokabeltrainer ist als Active Content installiert – also als eine Art App, die in der normalen Buchliste auftaucht. Bevor man ihn aufruft, sollte man zunächst ein paar Wörter in einem normalen Buch im Wörterbuch nachgeschlagen haben. Der Vokabeltrainer klinkt sich nämlich in diese Abfrage ein und merkt sich einfach die Wörter, die Sie nicht wussten.

Der Vokabeltrainer merkt sich, welches Wort Sie nachschlagen mussten

Später können Sie sich diese Wörter im Abfragemodus nacheinander anzeigen lassen. Sie müssen nichts eintippen – einfach nur überlegen, ob Sie die Übersetzung wissen. Auf einen Fingertipp zeigt der Vokabeltrainer dann die Erklärung an. Wenn Sie richtig lagen, tippen Sie “Beherrscht” an. Der Vokabeltrainer funktioniert also nur, wenn Sie ehrlich sind.

Systematisches Lernen von Fremdsprachen ist damit nur möglich, wenn Sie etwa ein Lehrbuch als eBook kaufen und dann alle Vokabeln daraus zunächst eigenhändig im integrierten (oder gekauften) Kindle-Wörterbuch nachschlagen.

Nach der Abfrage können Sie sich die Definition anzeigen lassen

Fazit: Mit dem neuen Update ist der Kindle Paperwhite auf der Höhe der Zeit – mir würde (außer Unter-Sammlungen) wenig einfallen, was das Gerät noch verbessern könnte. Das Display ist hervorragend. Der Vokabeltrainer ist  eine nette Zugabe, aber nicht in jedem Fall nützlich. Schade nur, dass Amazon auf Audiobooks und Vorlesemodi verzichtet. Wer sich dafür interessiert, sollte sich einen der eReader von Pocketbook ansehen.

Technische Daten des Amazon Kindle Paperwhite

Bildschirm6 Zoll, 758 x 1024 Punkte, eInk (Carta), 16 Graustufen, Touchscreen
Prozessor1 GHz
RAM256 MB
Speicher2 GB
BetriebssystemLinux
KommunikationWiFi (b/g/n), Micro-USB
Speicherkartenein
Audionein
eBook-FormateKindle Format 8 (AZW3), Kindle (AZW), TXT, PDF, ungeschützte MOBI, PRC nativ; HTML, DOC, DOCX nach Konvertierung
BildformateJpeg, BMP, PNG, TIF
Musikformatekeine
Akku4 Wochen (WLAN aus, Beleuchtung Stufe 10, 1 Std/Tag)
Maße169 x 117 x 9,1 Millimeter
Gewicht206 Gramm

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

6 Kommentare

  1. “Der Kindle” ist der absolute Hit. Eine meiner Freundinnen liest ein einem anderen E-book, aber kein Vergleich…! Das Handling, die Hardware die Einstellungen. Ich würde immer wieder zu einem Kindle greifen. Viele gute Bücher auf euren E-books wünscht euch Hannes

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