Leserunden bei Lovelybooks – wie sie funktionieren und was der Autor davon hat

Lovelybooks ist eine deutsche Plattform, die zur Holtzbrinck-Verlagsgruppe gehört. Sie hat sich dem so genannten “Social Reading” verschrieben – Leser können gemeinsam Bücher lesen, sich dazu austauschen, Rezensionen verfassen, an Wettbewerben teilnehmen und Empfehlungen weitergeben und erhalten. Größter US-Wettbewerber ist die inzwischen von Amazon aufgekaufte Plattform Goodreads, die allerdings hierzulande noch deutlich weniger Nutzer hat.

Auch Autoren können sich bei Lovelybooks anmelden. Ihr Account erhält dann eine Feder als spezielles Kennzeichen. Allerdings besteht Lovelybooks normalerweise darauf, dass ein Autor mindestens eine Verlagsveröffentlichung nachweisen kann. Diese Vorschrift wird ziemlich konsequent ausgelegt, auch wenn ich Beispiele kenne, bei denen schlussendlich darauf verzichtet wurde. Veröffentlichungen bei Zuschuss-“Verlagen” oder PoD-Anbietern zählen nicht.

Seit 2016 können unabhängige Autoren sich als Selfpublisher anmelden. Statt der Autorennadel gibt es dann ein Buch-Icon am Profilbild. In den normalen Autorenlisten erscheinen Selfpublisher nicht. Lovelybooks weist sie im Menüpunkt Autoren aber extra aus. Selfpublisher können wie bisher Leserunden und Buchverlosungen bei LovelyBooks durchführen, jetzt aber zusätzlich auch ihre Autorenseite selbst bearbeiten und so zum Beispiel eine Vita und ein Autorenfoto einstellen. Auch die Werbeangebote auf LovelyBooks können Selfpublisher nutzen, um auf ihr Buch beziehungsweise auf ihre Aktionen aufmerksam zu machen. Hier können, sagte mir Lovelybooks, “die Selfpublisher gerne direkt auf uns zukommen, damit wir ein individuelles Angebot erstellen können”.

Ganz egal, ob Ihnen die Registrierung als Autor oder als Selfpublisher gelungen ist oder nicht – eine der interessantesten Funktionen von Lovelybooks steht Ihnen in jedem Fall zur Verfügung, auch als ganz normaler Leser: die Leserunde. Dabei lesen zehn, zwanzig oder mehr Leser gleichzeitig ein Buch, tauschen ihre Eindrücke aus und formulieren schließlich meist auch eine Rezension. Erwarten Sie dabe keine Gefälligkeiten, die Lovelybooks-Nutzer sind meist Vielleser und geben ihre Meinung nicht zimperlich wieder.

Falls Ihr Buch nicht hält, was es verspricht, haben Sie danach ein paar 1- oder 2-Stern-Rezensionen bei Amazon. Wenn Sie aber ordentliche Arbeit abgeliefert haben, werden Sie auch mit guten Rezensionen belohnt, die von den Teilnehmern der Leserunde nicht nur bei Lovelybooks, sondern oft auch noch auf diversen Blogs und meist auch bei Amazon online gestellt werden.

Im Vergleich zu einer Verschenkaktion bei Amazon hat eine Leserunde den potenziellen Vorteil, dass Sie die richtigen Leser für Ihr Buch finden, die sich darum beworben haben, mitlesen zu dürfen – und nicht per Zufall nur Schnäppchenjäger, denen Ihr Buch nichts wert ist, weil sie es umsonst bekommen haben. Das hat Lovelybooks auch dem Ansprechen von Blog-Rezensenten voraus, die oft von Verlagen mit Lesematerial überschüttet werden.

Wie läuft eine Leserunde ab?

Eine Leserunde besteht im Groben aus vier Phasen. Ihre Anwesenheit ist dabei jederzeit erforderlich. Sie sollten keine Leserunde starten, wenn Sie nicht sicher sind, für den Zeitraum von wenigstens zwei Wochen, am besten aber mindestens drei Wochen regelmäßig online zu sein.

1. Die Einladung

Wenn Sie bei Lovelybooks eingeloggt sind, klicken Sie auf “Home“. Dann klicken Sie auf “Neues Thema erstellen” und wählen als Art des Beitrags “Leserunde“.

Geben Sie im folgenden Fenster den Titel Ihres Buch ein. Falls es noch nicht in der Liste erscheint, können Sie es über den Support hinzufügen lassen. Dann müssen Sie mit der Leserunde noch etwas warten. Es ist nicht Bedingung, dass das Buch bei einem Verlag erschienen sein muss: Wenn es eine ISBN hat oder in der Amazon-Datenbank enthalten ist, ist es bei Lovelybooks schon erfasst, wird bald erfasst (bei Neuerscheinungen) oder lässt sich hinzufügen.

Bestimmen Sie dann, wie lange sich Leser bewerben können. Ich empfehle wenigstens eine Woche, damit Sie auch selbst die Werbetrommel rühren können. Tragen Sie ein, wieviele Bücher Sie vergeben. Sie können gedruckte Titel und eBooks vergeben, auch gemischt. Die Beteiligung ist allerdings höher, wenn Sie gedruckte Bücher vergeben. eBooks sind natürlich günstiger und leichter zu verschicken.

Beschreiben Sie Ihr Buch so, dass Sie die richtigen Mitglieder ansprechen. Niemand hat etwas davon, wenn sich Leser bewerben, die dann ein ganz anderes Buch erwarten (und enttäuscht werden). Wenn Sie jedoch die passenden Leser für Ihr Buch begeistern können, haben Sie vielleicht schon Ihre ersten Fans.

Unterthemen können Sie auch später noch anlegen, aber wenn Sie gerade dabei sind… Ich empfehle, je nach Umfang des Titels so viele Unterthemen anzulegen, dass die Leser ihre Eindrücke geordnet vorbringen können. Es werden nämlich nicht alle gleich schnell lesen. Wer schneller liest, zeigt sich vielleicht schon von Kapitel 15 enttäuscht, während andere noch in Kapitel 3 stecken. Nehmen Sie die Aufteilung vielleicht so vor:

  • Cover
  • Kapitel 1-5
  • Kapitel 6-10
  • Kapitel 11-15
  • Kapitel 25-32
  • Gesamteindruck

Jetzt sollten Sie in Ihren sozialen Netzwerken oder unter Lovelybooks-Freunden ein bisschen um Teilnahme werben. Es ist immer gut, eine freundliche Seele an Bord zu haben.

Leserunde bei Lovelybooks
Das Eingabefenster einer Leserunde

2. Die Bewerbung

Sobald Sie den Beitrag abgeschickt haben, werden erste Bewerbungen eintrudeln. Abhängig vom Genre können Sie mit 30-50 Bewerbungen rechnen (falls Sie, wie vorgeschlagen, gedruckte Bücher vergeben). Sie können Ihre Bücher unter allen Bewerbern verlosen. Das ist der übliche Weg. Wenn Sie einen Bewerber aber besonders interessant finden (weil er etwa eine besondere Beziehung zum Sujet des Buchs hat), können Sie ihn auch außer der Reihe mit einem Exemplar bedenken.

Ich benutze zum Auslosen gern den List Randomizer: Einfach dort alle Namen untereinander einkopieren, dann auf “Randomize” klicken und die ersten X als Gewinner behandeln. Allen, die kein Printbuch bekommen haben, biete ich jeweils ein eBook als Trost an. Danach müssen Sie die Bücher verschicken, damit es schnellstmöglich losgehen kann. Wie Sie dabei vorgehen, hängt davon ab, wer Ihre Bücher druckt. Bei CreateSpace etwa könnten Sie den Preis auf das Minimum setzen, die Bücher für Ihre Mitleser kaufen und direkt an diese versenden lassen und dann den Preis wieder hochsetzen. Bei BoD oder ePubli erhalten Sie Autoren-Exemplare günstiger (bei CreateSpace auch, aber diese kommen aus den USA, das kann dauern).

3. Gemeinsam lesen

Nun geht es abschnittsweise voran. Ich finde es immer sehr spannend, wie meine Leser auf bestimmte Figuren reagieren, was sie spannend finden, was sie womöglich nicht verstehen. Manche Autoren nutzen Lovelybooks deshalb auch für eine Art Beta-Lesen, nämlich des Buchs vor der eigentlichen Veröffentlichung. Reagieren Sie zeitnah auf das, was Ihre Leser schreiben.

Vermeiden Sie jedoch eine Verteidigungshaltung: Sie müssen nicht alles gut finden, was ein Leser schreibt, doch Sie müssen seine Meinung Ernst nehmen. Wenn ein Leser etwas nicht versteht, was Sie völlig klar formuliert finden, liegt der Fehler sehr wahrscheinlich am Ende doch bei Ihnen.

4. Die Rezensionen

Die meisten Teilnehmer fassen ihre Eindrücke anschließend in einer Rezension zusammen. Ermutigen Sie sie, diese auch bei Amazon und den anderen eBook-Shops zu posten. Nicht nur 5-Stern-Rezensionen sind wertvoll! Auch gut begründete 3 oder 4 Sterne verleihen Ihrem Buch Glaubwürdigkeit. Auch Sie sollten zum Schluss Ihre Eindrücke zusammenfassen und sich bei den Mitlesern bedanken, aber das versteht sich ja von selbst.

Es verstößt übrigens nicht gegen die Amazon-Rezensionsrichtlinien, eine Rezension anhand eines kostenlosen Rezensionsexemplars zu verfassen.

Als Beispiel hier meine Leserunde zu Beishà – Getötet.

Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

54 Kommentare

  1. Hallo Matthias. Gerne würde ich eine Leserunde bei lovelybooks erstellen. Leider finde ich auf deren Seite weder “home” noch “Neues Thema erstellen”. Ich bin als Nutzer eingeloggt und mit meiner Autorenseite verknüpft. Sollte eigentlich funktionieren. Die Möglichkeit, eine Leserunde zu erstellen, kann ja nicht so versteckt sein, dass das niemand findet?

  2. Hallo Matthias,
    was mit noch nicht klar ist: Bei Amazon gelten ja eigentlich nur Rezensionen verifizierter Käufe als wertvoll. Kann ich als Autor von Amazon aus E-Book Rezensionsexemplare vergeben lassen, die dann als Kauf gelten? Die Funktion habe ich jedenfalls noch nicht gefunden.
    Viele Grüße
    Oliver

    1. “gelten ja eigentlich nur Rezensionen verifizierter Käufe als wertvoll” -> stimmt so nicht! Und die Frage beantwortet sich ja eigentlich selbst: ein Rezensionsexemplar ist ja nun gerade kein Kauf. Normalerweise sollte der Rezenset auch hinzufügen “habe das Buch kostenlos als Rezensionsexemplar erhalten”.

  3. Es würde mich interessieren, ob es Untersuchungen über den „typischen“ Lovelybooks Leser gibt. Ich habe den Eindruck, dass die meisten und aktivsten Leser weiblich sind , 15-25 Jahre alt und über einen geringen bis mittleren Bildungsabschluss verfügen. Gibt es hierzu valide Zahlen? Es wäre für den Autor hilfreich zu wissen, ob er genügend Leser aus der eigenen Zielgruppe bei Lovelybooks antreffen wird.

    Der Self-Publisher, der sich auf das Wagnis „Leserunde“ einlässt, sollte unabdingbar mindestens zwei Bekannte, denen das Buch wirklich gefallen hat, mit ins Boot holen. Auch wenn bislang nur positive Resonanz zu verzeichnen war, sollte man sich nicht darauf verlassen, dass es automatisch so weitergeht! Diese "guten Geister" sollten dann jeweils im Leseablauf vorangehen und die ersten Rezensionen schreiben, damit ein positiver Grundton etabliert wird. Schleicht sich erst von mehreren Seiten Kritik ein, kann die Sache eine ganz bedenkliche Eigendynamik entwickeln und vollkommen aus dem Ruder laufen. Negative Kritik steckt an! Sie erfasst auch diejenigen, die dem Buch durchaus wohlwollend gegenüber eingestellt waren. Da spielen gruppendynamische Prozesse und Psychologie eine Rolle, die mit dem eigentlichen Gegenstand, nichts mehr zu tun haben. Wenn alle Kritik äußern, wird sich niemand mehr uneingeschränkt lobend äußern können, da man sich damit vor der Gruppe als unkritisch und blind für Fehler präsentieren würde.

    Herr Matting spricht davon, dass eine gut begründete drei oder vier Sterne Rezension auch ihren Wert hat. Dem kann ich durchaus zustimmen, nur wage ich zu behaupten, dass gut begründete Rezensionen in Foren wie Lovelybooks oder Amazon die Ausnahme sind. Überhaupt halte ich den Begriff Rezension für die durchschnittlich produzierten Texte bei Lovelybooks bzw. Amazon für abwegig. In der Regel sind es Geschmacksurteile, die gar nicht oder nur in selbstreferentieller Art und Weise („Ich mag das Buch, weil ich es mag.“) scheinbar begründet sind. Nun kann man nicht bei jedem Leser ein literaturwissenschaftliches Studium voraussetzen, das ihn in die Lage versetzen würde, Unstimmigkeiten in Plot, Genrezugehörigkeit und Charakteren dingfest zu machen und sprachlich auf den Punkt zu bringen. (Das kann mitunter auch einem Literaturwissenschaftler schwer fallen!) . Auch hier kann ich nur empfehlen, sich auf der Suche nach Rezensionen, die diesen Namen auch verdienen, an die Blogger zu wenden, die eine gewisse literaturwissenschaftliche Expertise vorweisen können. Eine solche Kritik kann, im Positiven wie im Negativen, dem Autor wichtige Hilfestellung geben, wohingegen Geschmacksurteile, die nicht aus der eigenen Zielgruppe stammen, wenn sie denn überhaupt eine konkrete Richtung vorgeben, den Autor durchaus in die Irre führen können.

    1. Der Hinweis auf eine mögliche Gruppendynamik ist interessant und richtig. Ob man dazu Bekannte braucht, weiß ich nicht. Es ist, denke ich, in der Ausschreibung wichtig, klar zu beschreiben, für wen das Buch gut geeignet ist, dann ist die Gefahr der Enttäuschung geringer. Die Lovelybooks-Leserinnen sind vor allem Vielleserinnen, eher jung, alle Bildungsabschlüsse vertreten (18-Jährige haben nun allerdings selten einen Uni-Abschluss).

      1. Zugestanden! Aber sie könnten einen anstreben. Es lässt sich durchaus erkennen , ob jemand um einen korrekten Sprachgebrauch bemüht ist, oder ob er Rechtschreibung, Syntax und Semantik (um nur einige Felder zu nennen) für vernachlässigbare Größen in seinem Leben hält. Aber dies nur nebenbei. Es ist selbstredend, dass man bei der Vorstellung seines Buches die anvisierte Zielgruppe berücksichtigen muss. Man sollte keine Erwartungshaltung wecken, die am Ende nicht befriedigt wird. Nichts wird übler genommen, als enttäuschte Erwartungshaltungen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass ich in meiner Buchvorstellung sowohl das Genre und den Inhalt, als auch Tonfall, Stilistik und Sprache des Romans erkennbar wiedergegeben habe. Die bis dato bei Lovelybooks erschienenen Bewertungen waren alle treffend und nachvollziehbar formuliert. Ich hatte zu Beginn der gut zweiwöchigen Bewerbungsfrist zwei Bewerber, eine Frau, die echtes Interesse hatte und einen Mann, der sich, wenn man das Profil ansieht, offensichtlich bei nahezu sämtlichen Leserunden bewirbt. Danach herrschte fast zwei Wochen Funkstille, bevor sich kurz vor Ende noch sieben weitere Bewerber fanden. Vielleicht hat die große Wahrscheinlichkeit bei der geringen Bewerberzahl ein Buch zu ergattern, doch den einen oder anderen dazu verleitet, sich zu bewerben, auch wenn das Buch nicht gerade ins Beuteschema passte. Schließlich kann man es am Ende ja noch für ein paar Euro über Amazon Marketplace verkaufen oder gegen einen Gutschein tauschen. Das ist für chronisch unterfinanzierte 18-Jährige durchaus ein interessanter Aspekt. Ich will das Verhalten auch gar nicht weiter kritisieren. Ich will nur noch einmal betonen: Selbst wenn die Buchdarstellung allen Regeln der Kunst entspricht, ist das noch lange kein Garant dafür, dass sich nur Leser aus der eigenen Zielgruppe bewerben. Wenn die Bewerberzahl hoch genug ist, stellt das kein Problem dar, da man sich die passenden Leser aussuchen kann. Und damit kommen wir wieder zum Kern des Problems. Sie, Herr Matting, wie auch Autoren, die bei einem Verlag untergekommen sind, verfügen schon über einen ausreichenden Bekanntheitsgrad, der Ihnen einen entsprechenden Rücklauf auf Foren wie Lovelybooks garantiert. Self-Publisher und gerade diese, die sich mit Ihrem Debüt profilieren müssen, finden unter Umständen ganz andere Voraussetzungen vor. Was für den einen ein guter und gangbarer Weg ist, kann sich für den anderen schnell als Schuss ins eigene Knie entpuppen. Ich finde Ihre Ausführungen zum Self-Publishing interessant und lesenswert, habe aber manchmal den Eindruck, dass Ihre bereits exponierte Stellung auf dem Buchmarkt etwas die Sicht auf die Situation der Autoren verstellt, die ganz unten anfangen müssen. Insofern verstehe ich die Ausführungen zu meinen Erfahrungen aus dem Kellergeschoss als (hoffentlich hilfreiche) Ergänzung.

  4. Was nichts kostet ist auch nichts!
    Ich habe mir als Debütautorin und Self-Publisher mit großem Interesse die Ausführungen über Lovelybooks Leserunden durchgelesen und selber eine Leserunde gestartet. Da ich die Bücher aus eigener Tasche bezahlen muss (für Self-Publisher kostet es also auf jeden Fall etwas) habe ich zunächst nur 5 Printexemplare und 5 E-Books angeboten. Ich habe mich darauf verlassen, dass die Angabe 30-50 Bewerber je nach Genre zumindest ungefähr zutrifft. Als ich für meine Romankomödie letztendlich nur 9 Bewerber hatte, die ich dann zwangsläufig alle bedienen musste, war ich dann schon mal ernüchtert. Ich kann nur vermuten, woran es gelegen hat. Da ich als Self-Publisher in der Lovelybooks Nomenklatura nicht als Autor zähle, wurde die Leserunde offensichtlich nicht als Autorenleserunde beworben. Das würde mich nicht wundern, weil man mir als Self-Publisher schon den Zugang zur Lovelybooks Debütautoren-Aktion verwehrt hatte. Das Riesenproblem, das sich durch die geringe Anzahl der Bewerber stellte, war, dass ich mir nicht die Bewerber aussuchen konnte, die am besten in meine Zielgruppe passten. Als ich mir die Profile und Rezensionen meiner Bewerber dann näher angesehen hatte, schwante mir schon nichts Gutes. Und es hat sich bislang bewahrheitet. Ich habe erst zwei Rezensionen bekommen, einmal drei, einmal zwei Sterne. Es wurde mir zwar beschieden dass der Roman nicht schlecht geschrieben sei, aber dass man keinen Draht dazu bekommen habe weil „Komödien nicht so mein Ding sind.“ Über das Genre hatte ich keinerlei Zweifel gelassen, also darf man schon einmal fragen, warum sich Leute für Bücher aus Genres bewerben, die sie eigentlich gar nicht gerne lesen. Ich kann nicht einen Apfel bestellen und dann enttäuscht sein, dass er nicht nach Birne schmeckt… Fazit: Ich habe Geld bezahlt, um mein Buch Leuten zu schicken, von denen ich mir im Vorfeld schon denken konnte, dass sie damit nichts anfangen können und die dann negative Bewertungen schreiben. Ich kann allen Self-Publishern nur die (wenn auch mühevolle) Arbeit empfehlen, Literaturblogger im Internet zu finden, die der Zielgruppe (sollte man vorher definiert haben, kein Buch gefällt jedem!) entsprechen und diese gezielt anschreiben. Die Bloggerrezensionen zu meinem Roman waren entsprechend alle ausnahmslos gut bis sehr gut! Für Verlagsautoren mag Lovelybooks interessant sein, allen Self-Publishern (die hier auch offensichtlich nicht gern gesehen werden) rate ich zur Zurückhaltung!

        1. Das ist das Symbol im Account, das man bekommt, wenn man sich als _Autor_ angemeldet hat. Dazu muss man ein Buch in einem Verlag veröffentlicht haben. Der Autorenstatus ist aber nicht Voraussetzung zum Abhalten von Leserunden etc.

  5. Bedauerlicherweise haben sich meine Leserunden bei Lovelybooks als reine Absammelaktionen für Gratis-Exemplare erwiesen. Am Interessantesten fand ich die Beschwerde einiger mit Gratis-Exemplaren im Ebook beschenkter, dass es eigentlich eine Zumutung wäre, keine Print-Exemplare zu verschenken. Ich habe versucht zu erklären, dass ein Printexemplar den Indie-Autor sein eigenes Geld kostet, was allerdings bei den Lovelybookern auf geschlossene Ohren stiess. Mein Fazit: Ich habe meinen Autoren-Account gelöscht, Dröhmer-Knaur (Neo-Books) und der Lovelybooks-Equipe in Schriftform meine Erfahrung geschildert und auf diese starke Tendenz zum Absammeln von Gratis-Exemplaren hingewiesen. Lovelybooks ist gewiss für Verlagsautoren mit verlaglicher Marketing-Unterstützung in Form von gedruckten Freiexemplare sehr interessant, für Indies und Autoren die im Ebook veröffentlichen eher beschwerlich und unbefriedigend.

  6. Hallo Matthias,
    ich habe meinen ersten Roman über KDP veröffentlicht und nun steht mir erneut die Maßnahme “Buch gratis für mehrere Tage anbieten” zur Auswahl.
    ist es nun machbar eine Leserunde zu starten und die Bewerber bedienen sich dafür über das begrenzte Amazon-Gratis-Angebot?
    Der Band 2 ist noch nicht veröffentlicht und ich habe ihn bereits über Jutoh ins EPub-Format gebracht. Kann Ich dann bei einer zweiten Leserunde für den Band 2 dieses unveröffentlichte EPub an die Interessenten senden?

  7. Ich dachte immer, Rezensionen, die bei amazon gepostet werden, dürften nirgends woanders nochmals erscheinen. Wieso schreiben Sie, dass Rezensionen auf lovelybooks von den Autoren auch gleich noch auf amazon gepostet werden?

  8. Hallo Matthias, in ca. 2 Wochen wollen meine Freundin und ich unseren Frauenroman über KDP select anbieten. Zu welchem Zeitpunkt würdest du empfehlen eine Leserunde bei lovelybooks zu machen? Das müsste doch eine Weile nach dem kostenlosen download-Tagen sein, sonst ist eine Buchverlosung nicht so interessant.

  9. "featuren" meint Werbung – wenn LB also offiziell darauf hinweist, in Rundmails etc. Die meisten Leserunden und Verlosungen laufen aber nicht so. Einfach als Autor anmelden, wie beschrieben, und Leserunde starten. Kostet definitiv nichts.

  10. Ich bin etwas irritiert wegen des Kommentars vom 16.1., in dem Preise für die die Leserunden etc. genannt werden. Wie ist das, kosten die Leserunde und die Buchverlosung etwas? Ich dachte nämlich eigentlich, es wäre kostenlos.

  11. Matthias, hast du nach meiner Frage die Nacht durchgemacht? Vielen Dank für die super ausgearbeiteten Tipps!
    Ein Frage noch: Ich habe für das Wochenende (wie vor vielen Wochen beim Erstkontakt ja auch von dir empfohlen) 4 Tage kostenlosen download für den 1. Teil geplant (cover sind überarbeitet, sicher immer noch Geschmackssache, aber die Richtung stimmt wohl, was die Verkaufszahlen zeigen). Kann ich das bei lovelybooks als Werbung mit angeben oder mach ich mich da unbeliebt? E-Books anbieten kann ich doch sonst nur, wenn ich nicht bei kdp select dabei bin, oder? Wenn das erlaubt ist, schaue ich, dass ich es noch vorher hinkriege… 🙂

  12. Ein wichtiger Punkt: als SP möchten wir natürlich Rezensionen “abfischen” und daher ist es wenig sinnvoll und auch irreführend den letzten Ordner “Gesamteindruck” zu nennen. Ich habe schon öfter in Leserunden gespickt und gesehen, dass dann da tatsächlich nur drin war, was drauf stand.
    Ich habe mit vier Leserunden zwar noch nicht die allumfassende Erfahrung, aber ich nenne die Schlusskategorie immer “Rezensionen”.

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