Machen Sie Ihr Finanzamt glücklich: Wie Sie eine korrekte Rechnung an Amazon stellen

Die Abrechnungen, die Amazon in KDP zur Verfügung stellt, sind nicht unbedingt dazu geeignet, Steuerberater oder Finanzbeamte in Entzücken zu versetzen. Was da wofür und von wem gezahlt wird und wie es sich mit der Umsatzsteuer verhält, wird aus den Excel-Sheets nicht wirklich klar. Es gibt aber eine gute Nachricht: Da es sich um Einnahmen handelt, müssen Sie diese zwar sauber dokumentieren, doch große Probleme entstehen dabei nicht.

Anders ist es in Sachen Umsatzsteuer. Auch hier gibt es eine gute Nachricht: Nicht Sie schulden die Umsatzsteuer, sondern Amazon. Hier finden Sie eine verständliche Handreichung dazu, die Sie auch dem Steuerberater oder Finanzbeamten zeigen können. Kurzfassung: Da es sich um elektronisch im Ausland erbrachte Leistungen handelt, kommt das so genannte Reverse-Charge-Verfahren zur Anwendung. Sie brauchen also keine Umsatzsteuer abzuführen, das erledigt Amazon für Sie. Ihre einzige Aufgabe: Sie müssen dem Finanzamt beibringen, dass es sich genau so verhält. Dazu schreiben Sie Amazon eine Rechnung. Diese muss – zusätzlich zu den üblichen Angaben – folgendes enthalten:

  • Umsatzsteuer-ID von Amazon
  • Ihre Umsatzsteuer-ID
  • Den Hinweis, dass Amazon die Umsatzsteuer schuldet, etwa mit dem Satz “Gemäß dem Reverse-Charge-Verfahren bzw. gemäß Artikel 21.1(b) der 6. EU-Richtlinie bzw. §13b UStg. ist der Empfänger dieser Dienste verpflichtet, Mehrwertsteuer für diesen Dienst zu zahlen (Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers).”

Hier finden Sie eine Musterrechnung im Word-Format, die Sie gern verwenden können.

Wichtig: In die Rechnung nehmen Sie nur Einnahmen aus EU-Ländern auf. Weltweite Einnahmen sind sowieso umsatzsteuerfrei. Wenn Sie hier unbedingt eine Rechnung vorlegen müssen, adressieren Sie diese an Amazon Digital Services Inc, PO Box 80683, Seattle WA 98108-0683, USA.

Die Rechnungen müssen Sie allesamt nicht abschicken und auch nicht unterschreiben (Rechnungen brauchen Sie nie zu unterschreiben).

Muss ich die Einnahmen nach Ländern aufsplitten?

Wenn Sie eine noch klarere Übereinstimmung mit ihren Kontoauszügen erreichen wollen, können Sie die Einnahmen auf der Rechnung auch nach Ländern aufsplitten. Zwingend ist das aber nicht – ein Zahlungspflichtiger kann eine Rechnung auch in mehreren Überweisungen begleichen. Die Summe muss natürlich mit Ihren Einnahmen übereinstimmen.

Was passiert mit den AllStar-Boni?

Einen eventuellen AllStar-Bonus (Glückwunsch!) führen Sie unter den Honoraren auf. Es handelt sich ja auch um ein (zusätzliches) Honorar, das genauso behandelt wird.

Muss ich als Kleinunternehmer dieselbe Rechnung schreiben?

Ja. Dass Sie die Kleinunternehmer-Regelung in Anspruch nehmen, gilt nur im Inland. Grenzüberschreitend gibt es diese Regelung nicht. Sie müssen also grundsätzlich die gleichen Rechnungen schreiben. Da allerdings Amazon die Umsatzsteuer unabhängig von Ihrer Rechnung sowieso abführt, könnte man sich fragen, ob unbedingt eine Umsatzsteuer-ID nötig ist. Formell ja – aber rein praktisch nicht. Das sollten Sie aber am besten mit Ihrem freundlichen Finanzbeamten klären. Grundsätzlich dürfen jedenfalls auch Kleinunternehmer eine Umsatzsteuer-ID beantragen.

Gilt dieses Verfahren auch bei anderen Anbietern?

Ja, auch an Apple, Google und Kobo müssen Sie vergleichbare Rechnungen stellen.

Matthias Matting
  • Matthias Matting
  • Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

46 Comments

  • Hey Matthias, danke für die Ausfürliche Hilfe! Eine kleine Frage habe ich noch. Wenn ich die Rechnung schreibe, muss ich dann die MWST auf die Tantanienm ebenfalls aufschreiben oder einfach 0 Euro? Den Verweiss auf reverse charge habe ich drunter geschrieben.

  • Hallo Matthias, deine Website sowie dein Buch sind für angehende Autoren sehr hilfreich. Vielen Dank.

    Ich möchte sehr zeitnah mein Erstlingswerk mit Hilfe von Amazon KDP veröffentlichen. Nun möchte ich noch die richtige Rechtsform nutzen. Ich werde mich als freiberuflicher Autor melden. Unklar ist mir noch, ob ich eine Kleinunternehmerregelung (mit einer USt.-ID) in Anspruch nehmen soll. Zumindest könnte ich mir hierdurch durch die Umsatzsteuer Voranmeldung sparen.

    Ich verstehe aktuell nicht, warum (wie auch in anderen Artikeln hier geschrieben) eine Kleinunternehmerregelung finanziell nachteilhaft ist. Wenn ich mit oder auch ohne Kleinunternehmerregelung in meinen regelmäßigen Rechnungen an Amazon keine Umsatzsteuer ausweisen muss, kann ich doch so oder so keinen Vorsteuerabzug (Lektorat, PC) geltend machen. (Wie ich verstanden habe, dürften meine regelmäßigen Umsatzsteuervoranmeldungen keine Umsatzsteuer gegenüber dem Finanzamt ausweisen, da sie Tantieme aus digitalen Dienstleistungen im EU Ausland darstellen). Der finanzielle Nachteil in Rahmen einer Kleinunternehmerregelung erschließt sich daher für mich aktuell nicht.

    Über eine Einschätzung von deiner Seite würde ich mich sehr freuen. Vorab vielen Dank für deine Hilfe.

  • Guten Tag,
    vielen Dank erst einmal für deine wertvollen Beiträge.
    Mir ist nun etwas grob fahrlässiges aufgefallen – ich habe schon einiges an Geld mit KDP verdient aber habe bisher keine USt-ID beantragt. Ich bin als freiberufler gemeldet und bin davon ausgegangen, dass ich keine brauchen werde. Kann ich alle meine Rechnungen nun nachträglich mit meiner USt-ID “verbessern” oder ist dies nicht möglich? Was würde das jetzt für mich heißen – muss ich alle meine verdienten Tantiemen nun nochmal mit der Umsatzsteuer versteuern? 🙁
    Und woher weiß Amazon wie meine USt-ID lautet – bei dem Steuerfragebogen bei KDP gibt man doch nur die Steuer-ID an?!
    Vielen Dank schon einmal
    liebe Grüße,

    • Die Rechnung ist für das Finanzamt. Amazon muss nicht wissen, wie deine USt.-ID lautet. Welche Antwort erwartest du denn auf die Frage, ob du deine Rechnungen manipulieren darfst? Da Amazon die Steuer abführt, musst du das nicht tun. Eine solide Rechnung erleichtert den Nachweis deinerseits.

  • Lieber Matthias, eine Frage zu einem speziellen Problem. Ich werde einen Teil meiner Bücher bei KDP über Amazon verkaufen (dafür muss ich ja keine Umsatzsteuer abführen), einen anderen Teil bestelle ich als Autorenexemplare bei Amazon und verkaufe sie an einen Zeitungsverlag bei dem ich arbeite, der sie dann in seinen Geschäftsstellen weiter verkauft. Nun ist die Frage, ob ich in den Rechnungen an den Verlag Mwst. ausweise oder ob ich Kleinunternehmer bin. Wenn ich nur die Verkäufe der Autorenexemplare nehme, werde ich unter den 17 500 Euro Umsatz bleiben und könnte mich also als Kleinunternehmer anmelden. Das Finanzamt sagt, ich müsste jedoch auch die Tantiemen, die ich von Amazon bekomme mit einrechnen, da sie aus der selben Tätigkeit stammen. Dann könnte es sein, dass ich über die 17 500 Euro komme. Kannst du mir sagen, ob es korrekt ist, dass die Amazon-Einnahmen mit eingerechnet werden müssen? Liebe Grüße Sven

    • Das Finanzamt muss am Ende mitspielen! Deshalb musst du dem FA erklären, dass für die Amazon-Einnahmen ja Amazon die Umsatzsteuer schuldet (reverse charge). Darum werden sie bei der Grenze NICHT mitberechnet. Aber da das FA letztlich alles absegnen muss, musst du da Überzeugungsarbeit leisten … oder du verzichtest gleich auf den Kleinunternehmerstatus. Dann bekommst du gezahlte USt. zurück, finanziell lohnt sich der Kleinunternehmer NICHT, ist immer ein Verlustgeschäft.

  • Hallo,
    ich finde Ihre Seite sehr hilfreich. Vielen Dank dafür. Trotzdem bleibt etwas noch unklar: Gilt das Reverse Charge Verfahren auf Amazon KDP auch für Taschenbücher? Oder bezieht sich das nur auf Ebooks, da diese bis zum Ende digital bleiben?

    • Das Verfahren gilt nicht “für E-Books” oder “für Taschenbücher”. Es gilt für von Amazon zu zahlende Honorare. Wenn Amazon die vom Autor gelieferten Inhalte auf Einkaufstüten drucken würde, wäre es auch nicht anders.

  • Hallo Matthias,

    ich lese schon zum wiederholten male deine Beiträge und bin sehr froh, dass es sie gibt, weil auf der KDP Seite findet man sich ja null zurecht um Steuerliche Informationen zu finden.
    Nun denn, nach dem ich die ganzen Kommentare gelesen hab bin ich wieder verwirrt und hoffe, dass du helfen kannst. Also folgender Sachverhalt.

    Ich möchte mein Buch als Print und E Book veröffentlichen und ich bin Kleinunternehmer.

    Wenn ich dich in dem Kommentar vom 28. Mai 2016 richtig verstanden habe, muss man für E – Books (Digitale Dienstleistungen) keine Umsatzsteuer an das Finanzamt zahlen, sondern nur den Hinweis auf der Rechnung geben, dass Amazon aufgrund des Reverse Charge Verfahrens diese an das Finanzamt abführt, richtig? Korrigiere mich, wenn ich es falsch verstanden habe.

    Wie verhält sich das jetzt bei einem Print Buch? – In diesem Fall handelt es sich ja nicht mehr um eine digitale Dienstleistung. Muss ich da dann die Umsatzsteuer, die mir Amazon in Rechnung stellt an das Finanzamt abführen? Ich hatte in anderen Beiträgen gelesen, dass ich auf bestimmten Kosten und die darauf verwiesen Umsatzsteuer sitzen bleibe, weil ich als Kleinunternehmer keine Vorsteuer ziehen kann.

    Dann nochmal eine allgemeine Prozess Frage:
    Wie läuft das grundsätzlich bei Amazon ab – nach einem gewissen Zeitraum überweißt mir Amazon die Tantiemen und ich soll dafür dann noch eine Rechnung schreiben? Oder prüfe ich zunächst meine Tantiemen in meinem Account und schreibe daraufhin eine Rechnung an Amazon, dass mir der fällige Betrag überwiesen werden soll.
    Irgendwie ist mir dieser Prozess nicht klar.

    Ich freue mich über eine kurze Rückmeldung.
    Grüße Sally

    • Auch bei einem Print-Buch handelt es sich um eine digitale Dienstleistung, oder schickst du gedruckte Bücher an Amazon?
      Amazon überweist die Tantiemen automatisch. Die Rechnung ist nur für das Finanzamt, wenn das fragt. Meist braucht man gar keine.

      • Hallo Matthias,
        danke für die Rückmeldung.
        Nein, ich liefere keine Bücher an Amazon. Amazon besitzt ja auch einen Print of Demand Dienstleister und darüber möchte ich das machen.
        Kennst du dich zufällig auch mit der Lagerung bei Amazon aus? Kannst du mir sagen, ob Amazon eine gewisse Anzahl meiner Bücher druckt und irgendwo einlagert, oder wird wirklich erst das Buch gedruckt wenn es bestellt wird?
        Zur Rechnung: Also dient die Rechnung nur als Dokumentationszweck fürs Finanzamt und wird nicht an Amazon versandt? Das ist ja schon irgendwie seltsam…

        • Die Bücher werden bei Bestellung (“on demand”) gedruckt. Ja, die Rechnung ist nur für das FA. Das ist aber normal, die allermeisten Rechnungen auf der Welt werden für Finanzämter geschrieben.

  • Guten Tag, danke für diesen tollen Artikel. Eine Frage habe ich jedoch, welche mir niemand beantworten kann. Wenn ich ein Buch veröffentliche, werden die Druckkosten und die Steuern abgezogen, der Rest wird mir als Tantiemen gutgeschrieben. Bedeutet doch, dass ich die Steuer, welche mir abgezogen wird, vom Finanzamt zurückbezahlt bekommen muss, richtig? Amazon zieht es mir vom Listenpreis ab, gibt es dem Finanzamt weiter und das Finanzamt müsste es wieder mi geben oder?

    Liebe Grüße

    • Äh, nein, das ist ein arger Fehlschluss. Dir werden von Amazon keine Steuern abgezogen. Amazon verkauft Bücher und deren Kunden (!) müssen darauf Umsatzsteuer zahlen, die Amazon dann an sein Finanzamt weiterleitet. Das geht dich nichts an.

      Du bekommst ein Honorar je nach verkauften Stückzahlen usw., das dir wegen Reverse Charge umsatzsteuerfrei ausgezahlt wird.

  • Mh, was mich stutzig macht: Bücher schreiben ist doch publizistische AKtivität / Autoren-DAsein und somit wären Tantiemen doch Einnahmen aus freiberuflicher Tätigkeit. Dafür braucht man doch keine USt ID und kein Gewerbe?! Oder stehe ich da auf dem Schlauch grad?

    • Da steht doch auch nicht, dass man ein Gewerbe braucht? Eine Umsatzsteuer-ID benötigt man, wenn man Geschäfte (auch als Freiberufler) mit dem EU-Ausland (Amazon!) macht.

  • Sehr schöner Artikel. Ich habe allerdings noch eine Frage.
    Heute habe ich Überweisungen aus mehreren EU-Ländern und den USA von Amazon (Tantiemen) bekommen. Kann ich da jetzt eine gesammelte Rechnung nach Luxemburg schicken oder muss ich jetzt 6 Rechnungen an die jeweiligen Länder mit den Amazonadressen senden?

    • Eine Rechnung reicht. Woher das Geld kommt, ist egal, wichtig ist, wer es schuldet.

      • Ich habe auch genau diesen Punkt noch nicht ganz verstanden.
        “In die Rechnung nehmen Sie nur Einnahmen aus EU-Ländern auf.” – Das heißt also, wenn Amazon aus Luxemburg mir das Geld überweist, ist es egal, ob über amazon.com verkauft wurde? Ich erinnere mich daran, dass in einem anderen Artikel stand, man sollte als Selfpublisher froh sein, wenn in den USA keine Umsätze gemacht wurden, weil es dann kompliziert (mit der Steuererklärung?) wird …

        • Ich habe jetzt doch eine zweite (USA-) Rechnung erstellt, da der .com-Betrag in Dollar gelistet war. Dort ist jetzt auch der Reverse-Charge-Passus weg. Ich hoffe, so geht es. 🙂

  • Lieber Matthias,
    toller Artikel den du das geschrieben hast. Ich habe gerade neu angefangen meine Taschenbücher auf Amazon zu verkaufen.
    Dazu hätte ich noch zwei Fragen:
    1. Welche UST-ID und welche Adresse von Amazon nehme ich für meine Rechnungen?
    Sind die in deiner Musterrechnung angegebenen Daten noch aktuell? (Ich finde im Netz auch andere)
    2. Was und wo genau (unter welchem Punkt) muss ich denn meine Umsätze in das UST-Formular eintragen, wenn doch Amazon die Umsatzsteuer zahlt?
    Freue mich über eine Antwort.

    • 1) ja, s. Musterrechnung
      2) Welches Formular genau? Am besten Steuersoftware besorgen, etwa WISO.

  • Lieber Matthias,

    Stichwort MOSS (Mini one stop shop): Sehe ich das richtig, dass sich Amazon darum kümmert die Steuern richtig abzuführen je nachdem wo meine eBooks gekauft wurden? Oder muss ich mich selbst darum kümmern?

    Danke im Voraus und viele Grüße

  • Hi, danke für den Artikel! Ich habe im Juni letzten Jahres mit dem Kindle-Business begonnen. Bis heute habe ich insgesamt zirka 1300€ Tantiemen ausbezahlt bekommen. Dass der Kunde die Umsatzsteuer bezahlt ist super. Gilt dasselbe auch bei den Taschenbüchern? Die machen bei mir zirka 60€ der Tantiemen aus. Liebste Grüße J

    • Reverse Charge gilt für alle Sonstigen Leistungen. Was Amazon mit deinem geistigen Eigentum macht, spielt dafür keine Rolle. Aber bitte nicht “Kindle-Business”, das schreit “unseriös” nur so heraus.

  • Danke für den tollen Artikel!
    Sie sagen: “Wichtig: In die Rechnung nehmen Sie nur Einnahmen aus EU-Ländern auf. Weltweite Einnahmen sind sowieso umsatzsteuerfrei.”

    Bei der Steuererklärung muss ich doch aber alle meine Einnahmen offenbaren, zwecks Einkommenssteuerberechnung. Also würden die Einnahmen aus z.b. den USA völlig fehlen.

    Sehe ich das richtig?

    • Klar, aber US-Einnahmen kommen nicht auf so eine Reverse-Charge-Rechnung.

      • Und wenn ich die Rechnung an den US sitz adressiere, welche Ust-Id muss ich dann eintragen? Oder fällt die in dem fall weg? Wenn ja, nehm ich dann aus der Rechnung auch das Feld Mehrwertsteuer komplett weg oder belasse es bei 0€? 🙂

  • Hallo,
    zuerst einmal vielen Dank für die umfangreiche Erklärung für den Umgang mit den EU-weiten Einnahmen bei Amazon KDP. Eine kurze Frage zu den weltweiten Einnahmen. Welchen Hinweis kann man da auf die Rechnung bzgl. der nicht ausgewiesenen Umsatzsteuer schreiben bzw. welcher Paragraph findet Anwendung?

    Würde ggf. § 3a Abs. 5 Satz 2 Nr. 3 UStG​ passen? Es ist eine sonstige Leistung (da, keine Lieferung phyischer Güter) und obwohl klar ist, dass es sich bei Amazon um ein Unternehmen handelt, werden die mir wohl kein vom deutschen FA akzeptieres Dokument ausstellen um ihre “Unternehmereigenschaft” zu beweisen.

    • Auf der Rechnung stünde dann “nicht im Inland umsatzsteuerbare Leistung” (Paragrafen brauchts nicht)

      • Vielen Dank für die Antwort. Hatte mir nur die Frage gestellt, da bei den EU-weiten Rechnungen der Hinweis einen Verweis auf den entsprechenden Paragraphen enthielt.

  • Haben Sie vielen lieben Dank für Ihre zahlreichen (so überaus) hilfreichen Blogposts!

    Herzliche Grüße

  • Guten Abend,

    Ich habe am 1.12.16 ein Gewerbe angemeldet und werde ebooks auf Amazon verkaufen.
    Mein Cover und Text ist nun auch fertig. Mein Kleinunternehmen steht auch schon.
    Aber ich habe da trz. einige Fragen:
    Mein Steuerberater sagt das ich eine UST ID beantragen soll und diese dann in den Amazon Fragebogen einzutragen- reicht aber nicht meine Gewerbe Steuer ID aus was ich von meinem Finanzamt erhalten habe?
    Und soll ich dann die Rechnung an Amazon verschieben oder reicht es aus wenn ich es sie für mich abhefte weil es ja Amazon egal ist. Der Vertrieb auf amazon wird nur in DE sein.

    Ich freue mich auf eine positive Nachricht.
    LG Roman Kuc

    • Hallo,
      Gewerbe braucht’s eigentlich nicht.
      In den Amazon-Fragebogen kommt die Steuer-ID vom Finanzamt!
      Siehe auch hier:
      https://www.selfpublisherbibel.de/buecher-verkaufen-und-umsatzsteuer-die-zehn-wichtigsten-fragen/

      • Also brauche ich keine UST ID zu beantragen?
        Ich könnte jetzt die Finanzamt Steuer ID eingeben und loslegen.. Die fängt ja mit 090/…./… an richtig?
        Weil wie soll ich es auf meinen Rechnung machen.. Wenn ich die UST nicht habe ,weil es bei dir zB in deinem Word.Datei Beispiel oben angegeben ist.

        • Zum Loslegen ist erstmal keine USt-ID nötig. Später, für die Rechnungen an Amazon, wäre sie sinnvoll. Aber das hat wirklich Zeit.

  • Danke für die hilfreichen Erklärungen.

    Bezieht sich der Leistungszeitraum auf den Monat, am Ende dessen das Geld ausbezahlt wurde (Payment Date) oder auf den Monat, in dem die Verkäufe (Sales Period) getätigt wurden?

    Dadurch, dass KDP 2 Monate später zahlt, könnte ich erst Ende Juni eine Rechnung für den Leistungszeitraum (=Buchverkäufe) April erstellen.

    Ich denke, es wäre praktischer, das Monat des “Payment Date” für den Leistungszeitraum zu verwenden.

    • Es gilt doch eh IST-Besteuerung, also der Zeitpunkt des Zahlungseingangs. Der Leistungszeitraum ist eine Pflichtangabe, aber für die Umsatzsteuervoranmeldung nicht relevant.

  • Offen gestanden verstehen ich das alles nicht so ganz Muss ich aber, weil ich erstmals eine entsprechende Steuererklärung abgeben muss…

    Also: Ich bin Kleinunternehmerin, muss also keine Umsatzsteuer bezahlen.So weit so gut. Aber ich HABE doch bereits Umsatzsteuer bezahlt, oder? Denn:

    Mein E-Book kostet bei Amazon 1,99. Davon bekomme ich 35 Prozent. Das wären eigentlich 69 Cent. Die bekomme ich aber nicht, sondern nur 58 Cent. Weil nämlich Amazon vom Verkaufspreis erst die Mehrwertsteuer abzieht und mir erst dann 35 Prozent bezahlt – eben jene 58 Cent. Also habe ich doch Mehrwertsteuer bezahlt, oder?

    Da ist aber als Kleinunternehmerin nicht mehrwertsteuerpflichtig bin, müsste ich die gezahlte Steuer doch eigentlich vom Finanzamt zurückbekommen. Oder verstehe ich das alles jetzt ganz falsch?

    Wäre total klasse, wenn du mir da weiterhelfen könntest.

    • Du hast keine Mehrwertsteuer bezahlt. Es gibt zwei Vorgänge.
      1. Kunde kauft eBook bei Verkäufer Amazon. Kunde bezahlt Mehrwertsteuer. Amazon liefert diese bei seinem Finanzamt ab.
      2. Du lieferst eBooks (eine digitale Dienstleistung) an Amazon (Sitz: Luxemburg, EU). EIGENTLICH müsstest du dafür Mehrwertsteuer aufschlagen. ABER bei digitalen Dienstleistungen ist es anders – Amazon schuldet dafür die Mehrwertsteuer (“Reverse Charge”, gilt innerhalb der EU bei digitalen Dienstleistungen), liefert diese an sein Finanzamt und überweist dir den Nettobetrag als Honorar. Ob du Kleinunternehmer bist, spielt hier keine Rolle, Kleinunternehmer gibt es nur in D, sobald du mit dem Ausland (Amazon) Geschäfte machst, musst du Mehrwertsteuer zahlen. Du hast bloß Glück, dass für digitale Dienstleistungen der Käufer (Amazon) die Steuer abliefern muss, also nicht du. Und das muss dann auf der Rechnung stehen, damit das Finanzamt sich nicht wundert, dass du keine Mehrwertsteuer ablieferst.

  • Du machst mich nervös. Als ich meinem FA mitgeteilt habe, dass ich Autorin bin, war von USt und Rechnungen keine Rede. Ich verdiene ein mickriges Taschengeld, muss ich trotzdem Rechnungen schreiben?

3 Pingbacks

Schreibe einen Kommentar zu Matthias Matting Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.