Zur IFA stellt eReading-Spezialist Kobo den neuen eReader Kobo Aura vor, eine abgespeckte Version des Luxus-Modells Aura HD. Das neue Modell ist ein bisschen dünner und leichter als sein Vorgänger Kobo Glo, den es ablöst – dafür kostet es mit 150 Euro aber 20 Euro mehr. Ob das eine clevere Entscheidung ist? Zumal Tolino shine und Kindle Paperwhite damit nun deutlich günstiger sind.

Aber vielleicht will man die Leser auch nur zu den neuen Kobo-Tablets locken? Der ebenfalls neue Kobo Arc 10 HD (380 Euro) bietet nämlich mit 2560 x 1600 Pixeln bei 10 Zoll Diagonale eine sehr ordentliche Auflösung, vergleichbar Googles Nexus 10 (400 Euro). Das Gerät läuft unter einem nicht kastrierten Android 4.2.2, bietet aber zusätzlich einen Lese-Modus, bei dem all das verschwindet, was man zum Lesen nicht braucht.

Schon bemerkt? Seit kurzem verschickt Amazon bei Einkäufen im Kindle-Shop neue Bestellbestätigungen im HTML-Format. Das mag ich zwar persönlich eher nicht, aber als Autor werde ich den Käufern in Zukunft vermutlich ein paar Fragen weniger beantworten müssen. Die E-Mail geht nämlich nun vorbildlich auf jede Eventualität ein. Sie beginnt mit:

“Vielen Dank für Ihre Bestellung! Diese Titel werden drahtlos an Ihren Kindle oder an eines Ihrer anderen Geräte geliefert und unter Ihre Kindle-Bibliothek gespeichert. Benötigen Sie Hilfe beim Herunterladen eines eBooks? Klicken Sie hier und wählen Sie Ihren Kindle aus.”

Die Links im Text sind aktiv und führen zu den jeweils passenden Seiten. Fragen wie “Wo ist denn das eBook, das ich gerade gekauft habe?” dürften damit seltener auftauchen (vorausgesetzt, der Käufer liest die Mail). Aber auch viele andere Probleme, wie sie etwa auch mein Kindle-Handbuch schildert, versucht die Bestätigung abzufangen (siehe Bild unten).

Es ist immer wieder spannend mit anzusehen, wie Amazon das eigene Geschäft vorantreibt. Immerhin hat es die Firma nicht leicht: Von den Verlagen ob ihrer Marktmacht argwöhnisch beäugt, von den Buchhändlern gehasst, von unabhängigen Autoren gern genutzt, muss Amazon stets so agieren, dass keine Seite zu sehr verschreckt wird.

Nachdem die eBook-Sparte in Deutschland lange auf den Self-Publishing-Service KDP gesetzt hatte, begann man im Frühjahr, auch den eBooks publizierenden Verlagen Gutes zu tun: Die Kindle-Deals der Woche wurden nach Deutschland gebracht. Das hat dem Umsatz insgesamt genutzt und auch den unabhängigen Autoren nicht wirklich geschadet. Doch Verlagen hat Amazon (außer einer knallharten Einkaufspolitik) stets auch Bonbons geliefert, etwa die Möglichkeit, Rabattaktionen durchzuführen oder eBooks schon vor dem eigentlichen Erscheinungstermin zu verkaufen.

Jutoh ist mein Lieblings-Werkzeug zum komfortablen Erzeugen von eBooks, die auf allen möglichen Geräten eine gute Figur machen. Dabei macht Jutoh auch noch alle möglichen Features eines eBooks einfach zugänglich, etwa Inhaltsverzeichnisse oder Indices. Nur bei Tabellen muss man hier mit HTML arbeiten.

Allerdings galt das bisher nur für eBooks ohne echte Gestaltung, bei denen der Text so fließt, wie es der Leser anhand seiner eigenen Vorlieben befiehlt. Für manche Zwecke ist das jedoch unpraktisch. eBooks mit hohem Bildanteil, Kinderbücher, Rezeptbücher, Reiseführer und so weiter könnten von einem fest vorgegebenen Layout (fachsprachlich “fixed layout”) profitieren, das die eBook-Standards von Amazon (KF8) und der restlichen Welt (ePub 3) auch bereits vorsehen. Werkzeuge, mit denen man standardkonforme eBooks in diesen Formaten systemübergreifend erstellen kann, gibt es jedoch derzeit im Grunde nicht. Jutoh 2 soll diese Lücke nun finden. Interessierte können unter http://www.jutoh.com/preview.htm eine Vorabversion herunterladen.

Ich habe die Version für den Mac einem Kurztest unterzogen. Die Installation unter MacOS 10.7 läuft reibungslos. Die Preview akzeptierte auch meinen bezahlten Benutzer-Key für Jutoh 1. Netterweise liegt eine Beispiel-Datei bei, mit der man die neuen Features testen kann. Beim Erstellen eines neuen eBooks stößt man schnell auf das neue Feature: Die Entscheidung, ob es “reflowable” oder “fixed” gestaltet werden soll, gilt, bis dass der Tod uns scheidet.

Wenn eine große Firma wie Amazon eine neue Technik ausprobiert, ruft das automatisch großes Interesse hervor. Das gilt auch für die Meldung, dass der Satellitenbetreiber Globalstar gemeinsam mit Amazon die Nutzung von Funkfrequenzen testet beziehungsweise getestet hat. Dass überhaupt Amazon damit zu tun hat, haben findige Rechercheure aus den Orten herausgelesen, an denen die Tests stattfanden. Denn sowohl an den zwei Stnadorten in Cupertino (auch Hauptsitz von Apple) als auch in Mountain View sitzen Teile von Amazons Entwicklerschmiede Lab126. Eine offizielle Bestätigung von Amazon dazu gibt es nicht.

Worum geht es? Globalstar besitzt die Lizenz für einige Funkfrequenzen, über die normalerweise die Kommunikation mit Satelliten abläuft. Funkspektrum ist jedoch teuer – ich erinnere nur an die Milliarden-UMTS-Auktion. Deshalb hatte Globalstar die Idee, einen Teil dieser Frequenzen erdgebunden (terrestrisch) zu nutzen, für den so genannten Terrestrial Low Power Service (TLPS, hier ein Whitepaper dazu).

Die Funkfrequenzen, die Globalstar zur Verfügung stehen

Eine Neuerung bei den Amazon Top 1000 habe ich zu vermelden: Die Liste der 1000 meistverkauften eBooks bei Amazon zeigt jetzt auch die zeitliche Entwicklung von Preis, Ranking und Umsatz in einem Diagramm. Dazu einfach auf die Vortages-Platzierung klicken.

Das Feature ist im Beta-Test – wichtig zu wissen wäre zum Beispiel, ob es auch alle Preisänderungen erfasst. Die Aktualisierung erfolgt täglich um vier Uhr morgens. Freue mich über jegliche Hinweise auf Fehler und Probleme!

Einen eigenen Buchtrailer bei Amazon einzubinden, war bisher nur mit (laut Amazon-Bestimmungen) illegalen Tricks möglich (die inzwischen meines Wissens nicht mehr funktionieren) oder über relativ teure Werbeverträge mit Amazon – für Self Publisher kaum erschwinglich.

Doch es gibt eine weitere Möglichkeit: Die Buchtrailer-Plattform Litvideo ermöglicht auch unabhängigen Autoren, ihre Teaser-Videos in die Buchbeschreibung zu integrieren. Das funktioniert nicht nur bei Amazon, sondern auch bei vielen anderen Plattformen wie Thalia, Weltbild, Hugendubel und Buch.de. Der Prozess vom Upload durch den Autor bis zur Veröffentlichung soll maximal zwei bis fünf Tage dauern. Voraussetzung ist, dass das Buch oder eBook eine ISBN besitzt. Wer nur über KDP veröffentlicht, muss sich also zusätzlich eine ISBN kaufen. Dabei lassen sich einem Trailer beliebig viele ISBNs zuordnen (praktisch braucht man meist zwei, nämlich für eBook und gedrucktes Buch).

Bei Thalia eingestellter Buchtrailer

Mit Calvendo ist vor fast einem Zeit Jahr die erste Self-Publishing-Plattform für Kalender gestartet. Natürlich sind Kalender ein Saisongeschäft, deshalb ist die Plattform für manchen Autor mit Foto-Ambitionen vielleicht interessant. Calvendo zahlt je nach Verkaufspreis zwischen 15 und 30 Prozent der Nettoeinnahmen an den Autor aus (also Verkaufspreis minus Steuer, Handelsmarge und Versand. Bei einem Kalender für 20 Euro bleiben 1,18 Euro übrig, bei einem VK von 40 Euro schon 4,29 Euro (siehe Honorartabellen). Lohnt sich das? Geschäftsführer Hans-Joachim Jauch hat uns dazu ein paar Fragen beantwortet.

Calvendo bietet Nutzern die Möglichkeit, Kalender im Self Publishing zu veröffentlichen. Wie ist die Resonanz? Können Sie etwas über Nutzerzahlen und durchschnittliche Umsätze sagen?

Der offizielle Start der Web-Plattform war am 4. Oktober 2012. Inzwischen haben sich über 3.000 Kreative (Fotografen, Grafiker etc.) bei Calvendo angemeldet. Es wurden bis Juli über 5.500 Kalender- und Posterbuch-Projekte veröffentlicht, das meiste parallel in mehreren DIN-Formaten (A5 bis A2). Jedes Format eines Titels hat eine eigene ISBN. Die lieferbare Backlist sowie Novitäten umfassen somit etliche tausend ISBNs. Wir liegen im Programmwachstum über den Erwartungen des Businessplans. Das gilt auch für den bisher erzielten Nettoumsatz, der pro verkaufendem Self-Publisher im 4. Quartal 2012 über 400,- Euro erreichte. Traditionell sind Kalender Saisonware und die Wochen vor Weihnachten die entscheidende Zeit. Da wir in diesem Jahr vertrieblich viel breiter aufgestellt sind, erwarten wir natürlich Umsatzsteigerungen gegenüber 2012.

Books on Demand, einer der ältesten SP-Dienstleister Deutschlands, befasst sich in einer neuen Studie mit der Self-Publishing-Landschaft. Im Unterschied zu unserer großen Studie zum Self Publishing will man auch Kunden im europäischen Ausland ansprechen, das gibt den Ergebnissen einen interessanten Dreh. BoD-Geschäftsführer Dr. Florian Geuppert hat uns dazu ein paar Fragen beantwortet.

Erfolgt die Studie im Auftrag von BoD? Wer wird zur Teilnahme eingeladen?

Die Studie wird im Auftrag von BoD in Partnerschaft mit der Hochschule für angewandtes Management durchgeführt. Zur Teilnahme wurden BoD-Autoren, im In- und Ausland, eingeladen, die bereits ein Buch mit BoD veröffentlicht haben. Mit mehr als 25.000 Autoren verfügt BoD über eine sehr breite und repräsentative Datenbasis selbstverlegender Autoren in Europa, wodurch  wir einen Beitrag zur Transparenz in diesem jungen Markt leisten wollen. Damit wird zugleich die erste Studie dieser Art auf europäischer Ebene entstehen.