Brauchen wir Amazon? Poppy J. Anderson

Kaufen Sie Ihre Bücher bei Amazon?

Ja, ich kaufe meine Bücher bei Amazon.

Auch.
Dort gibt es alle Bücher, die ich brauche – selbst Bücher, die bereits seit längerer Zeit nicht mehr verlegt werden und daher nicht in diversen Geschäften erhältlich sind. In den traditionellen Buchläden kaufe ich jedoch ebenfalls ein, wenn ich in der Stadt unterwegs bin. Der Besuch eines Buchladens ist dann Pflicht.

Finden Sie es richtig, Bücher bei Amazon zu kaufen oder die eigenen dort verkaufen zu lassen?

Natürlich! Warum auch nicht? Aus der Sicht einer Konsumentin finde ich es völlig legitim, bei einem Portal wie Amazon Bücher zu kaufen. Ich kenne kaum eine Branche, die nicht auch über das Internet Produkte verkauft. Wenn ich beispielsweise einen Urlaub buchen möchte, vergleiche ich im Internet ebenfalls die günstigsten Angebote und gehe nicht sofort in ein Reisebüro, da ich mir zuerst einen Überblick verschaffen möchte. Außerdem konsumiere ich durch das große und jederzeit verfügbare Angebot von Amazon mehr als zuvor, was nicht zuletzt die Verlage freuen sollte. Aus der Sicht einer Autorin/Selfpublisherin muss ich mir die Frage stellen, weshalb ich meine Bücher nicht über Amazon vertreiben sollte. Dort finde ich die für mich überzeugendsten Konditionen des gesamten Buchmarktes.

Würden Sie als Autorin Ihre Bücher gern nicht mehr über Amazon vertreiben (lassen)?

Nein.

Was halten Sie von der Nachricht, dass Amazon die Bücher mancher Verlage nur verzögert liefert, wenn diese Verlage sich den Rabattforderungen von Amazon widersetzen?

Aus meiner persönlichen Erfahrung mit Amazon habe ich wenig Schlechtes zu berichten und habe selbst noch nie erlebt, dass irgendein Buch nicht sofort lieferbar gewesen wäre. Die „Verteufelung“ dieses Konzerns, die seit längerer Zeit ständig durch die Presse geht, stimmt mich ab und zu stutzig, daher werde ich sofort hellhörig, wenn neue Missstandsberichte öffentlich werden, und halte mich mit Meinungsmache lieber zurück.

Der Vorwurf der Branche, dass Amazon den Lesern diktieren würde, was sie zu lesen haben, ist an Lächerlichkeit jedoch nicht zu überbieten. Amazon bietet dem Leser eine Plattform, auf der dieser eigenständig heraussuchen kann, was er lesen möchte, und setzt im Vergleich zu Verlagsprogrammen nicht voraus, über den Geschmack des Lesers zu entscheiden.

Was halten Sie von den Nachrichten über die Arbeitsbedingungen bei Amazon?

Wie bei den meisten Großkonzernen sollten die Arbeitsbedingungen unbedingt verbessert werden; da stellt Amazon keine Ausnahme, aber auch keinen Einzelfall dar. Dass lediglich die schlechten Arbeitsbedingungen dieses Konzerns angeprangert werden, wirkt für mich bezeichnend, schließlich ist Amazon nicht das einzige Unternehmen, in dem auf diesem Gebiet Nachholbedarf herrscht.

Alles zusammen genommen, mit wie vielen Sternen (von fünf möglichen) würden Sie Amazon bewerten?

Da ich keine pauschalisierenden Sterne-Bewertungen mag, möchte ich lieber sagen, dass ich aus Sicht einer Konsumentin und aus Sicht einer Autorin, die über Amazon ihre Bücher vertreibt, sehr zufrieden bin, auch wenn es selbstverständlich Verbesserungsoptionen gibt.

Die Bestsellerin-Autorin Poppy J. Anderson ist mit Romanen erfolgreich, die in der Welt des American Football spielen.

Poppy

  1. Poppy J. Anderson
  2. Elke Bergsma
  3. Béla Bolten
  4. Katelyn Faith
  5. David Gray
  6. Thomas Knip
  7. Albert Knorr
  8. Michael Meisheit
  9. Nika Lubitsch
  10. Helmut Pöll
  11. Sarah Saxx
  12. Catherine Shepherd
  13. Annelie Wendeberg
  14. Dany R. Wood
  15. Marah Woolf
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Von Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch “Reise nach Fukushima” erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis “derneuebuchpreis.de” in der Kategorie Sachbuch. Matting war als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS und als Autor für SPACE, Federwelt und Telepolis. Schließlich gibt er auch Online-Kurse sowie Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.